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Up: IN-Berlin mit Linux und ISDN4Linux Previous: Ergaenzung: Online-on-demand von unterwegs

Ergänzung: Kanalbündelung

von Gernot

IN-Berlin (und auch viele andere Anbieter) erlauben, mehr als eine Verbindung zu bündeln. Das geht zwar sogar auch mit Modems, hat aber erst bei ISDN richtig Sinn. Voraussetzungen:

  • Der Kernel kann es. Das muss man beim Compilieren angeben, bei der ISDN-Konfiguration. Und zwar hier:
    ...
      x x          <M> ISDN support                                           x x
      x x          [*]   Support synchronous PPP                              x x
      x x          [*]     Use VJ-compression with synchronous PPP            x x
    hier ------->  [*]     Support generic MP (RFC 1717)                      x x
      x x          [*]   Support audio via ISDN                               x x
    ...
    
  • Der ipppd kann es. Können aber eigentlich alle halbwegs aktuellen Versionen.
  • Man hat den Kanal nicht voll:-), also einen zweiten B-Kanal. Das ist nicht so selbstverständlich, wenn man z.B. am internen S0-Bus einer Anlage sitzt. Es gibt nämlich welche, die das nicht ohne Tricks zulassen.
Nachdem die Voraussetzungen abgeklärt sind, geht es los:
  • Man gibt zum eigentlichen isdn-Device einen Slave hinzu. Möglicherweise kollidiert man an dieser Stelle mit dem Konfigurations-Konzept seiner Distribution, die z.B. nur eine Variable DEVICE vorsieht - jetzt brauchen wir nämlich zwei. Notfalls muss man das also per Hand machen oder die Konfig-Scripte auf den Kopf stellen (siehe Start des ISDN-Subsystem, Konfiguration) Jedenfalls muss hinterher, wir nehmen mal an, das erste Device ist ippp0, die Sache so aussehen:
        ...
        isdnctrl addif ippp0
        isdnctrl addslave ippp0 ippp1
        isdnctrl eaz ippp0 <eine_MSN>
        isdnctrl eaz ippp1 <eine_MSN>
        isdnctrl addphone ippp0 out 454871
        isdnctrl addphone ippp1 out 454871
        und so weiter, alles doppelt halt
        isdnctrl dialmode ippp1 auto
    
    Der Dialmode des Slaves muss auf auto stehen, wenn man später den 2. Kanal automatisch hinzuschalten lassen will (mit ibod, siehe unten). Sonst kann er natürlich auch auf manual stehen, und man wählt per isdnctrl dial ippp1 per Hand.
    Hat man eine TK-Anlage, die Kanalbündelung verhindert, kann man zwei verschiedene MSNs nehmen (ausgehend), meine Auerswald kann ich so austricksen.
  • Man sagt dem ipppd bescheid, dass er einen Slave hat und Bündelung vorbereiten soll. Dazu muss man nur die Option +mp hinzufügen und natürlich das zweite Device, z. B. so:
         /usr/sbin/ipppd \
                user ${MY_NAME} remotename ${REMOTE_NAME} \
                noipdefault \
                defaultroute \
                ipcp-accept-remote \
                debug \
                +mp \
                /dev/ippp0 /dev/ippp1 &
    
    (Wenn man es schafft, für die beiden Devices Variablen zu nehmen, sollte man es tun, z.B. ${MASTER} und ${SLAVE} oder so, wenn die Distribution sowas kann.)
    Jetzt kann man schon loslegen und den zweiten Kanal mit isdnctrl dial ippp1 per Hand dazuschalten. Klappt das, kommt...
  • Leider geht die Kanalbündelung nach Traffic nur bei raw-IP-Devices, nicht bei ippp. Dagegen gibt es ein Tool namens IBOD. Dieses überwacht den Traffic und löst die Anwahl per IOCTL aus. Leider hat sich die Entwicklung von IBOD mehrfach gespalten, und die scheinbar offizielle Version von Jan Obladen hat zwar ein nettes neues X-Interface, jedoch die gleichen Macken wie die alte 1.4er Version. Ein anderer Zweig von Thomas Pfeiffer trägt Versionsnummer 1.6, einen Patch hat er mir zwar abgenommen, aber der Zweig scheint verschwunden zu sein, diese Version hat SuSE weiterentwickelt zu einer Version 1.5-66 (pds-Version), na und so weiter. Daher habe ich die Pfeiffer-Version mit meinen Änderungen auf unserem Webserver abgelegt. Diese läuft bei mir sowohl mit Kernel 2.0.38 als auch 2.2.17ff.
Achtung: Kanalbündelung kostet auch das Doppelte!
Letzte Änderung: Oktober 2001