Die Router verwenden praktisch ausnahmslos Javascript oder gar Java, um
auf den Konfigurations-Seiten die Eingabemasken anzupassen (z.B. wenn
man von DHCP auf PPPoE umschaltet, wo andere Eingaben benötigt
werden), oder zum Prüfen der getätigten Eingaben.
Daher kommt es leider dazu, dass die Web-Interfaces nicht mit jedem
Browser komplett und fehlerfrei funktionieren. Ich rate daher, mehrere
Browser auszuprobieren, damit man überhaupt alle Funktionen zu
Gesicht bekommt:-) Die meisten Hersteller testen offenbar nur mit
dem Internet-Explorer, der geht also (fast) immer. Nur - wer benutzt
den schon?
Außerdem haben alle irgendwelche Bugs bzw. eigenwillige Interpretationen
von Standards, die verschiedene Dinge erschweren oder unmöglich machen.
Es ist leider nicht ganz einfach, Testseiten im Web zu finden, weil
die Suchmaschine verschmutzt ist durch Fang-Seiten, die auf kommerzielle
Seiten einschlägiger Provider mit dem & in der Mitte oder
ebenso einschlägige Versteigerungs-Seiten. Die Seite
Tom's
Hardware Guide wertet eher die Einwahl-Zeit - diese ist für
uns mit einem Volumentarif mit 24-h-Nutzung uninteressant, und die
Preisklasse ist vielleicht auch recht optimistisch... Für uns
sind eher automatische Wieder-Anwahl, mehrere IP-Nummern und für
wohl viele von uns auch Konfiguration unter Linux, SNMP und dergleichen
wichtig.
Ich habe einige Router günstig bei dem o.g. Versteigerungshaus
er"standen" (die Preise scheinen aber gestiegen zu sein,
so günstig habe ich die Dinger in letzter Zeit nicht mehr
gesehen), getestet und folgende Merkmale zusammengetragen:
- Devolo Microlink
LAN Router
Devolo ist ein Nachfolger von ELSA. Devolo veranstaltete im September 2002
für die Opfer des Elbe-Hochwassers diverse Versteigerungen,
deren Erlös gespendet wurde, da habe ich den erworben,
für 112 EUR.
- Kunststoffgehäuse, LEDs für Link, 100 MBit, FD.
- Webinterface mit Konqueror und Mozilla/Linux "komisch", geht mit
Netscape 4 und IE und hat auch eine deutsche Version (von dieser
stammen die "weißen" Screenshots von der
Anleitungsseite).
- Kann zusätzliche lokale Subnetze auf ein Gateway routen.
Hat man mehrere IP-Nummern vom Provider, müssen diese von einem
anderen Rechner geroutet werden. Stellt man NAT aus, lässt er nur
eine IP-Nummer durch.
- Verbindet nach Trennung automatisch neu, wenn die Idle-Zeit auf 0
steht.
- Traceroute mit UDP (wie bei Linux üblich) geht nicht, nur mit
ICPM (je nach Linux-Version mit traceroute -I icmp oder
traceroute -I).
- PheeNet BIG-01-4B
September 2003, 15,50 EUR, Neuware
- Süßes, türkisfarbenes Metallgehäuse. Schaltnetzteil
wird sehr warm. Nur eine LED pro Port. Auto-MDI.
- Web-Interface geht nicht mit Netscape 4, aber mit Mozilla
und Konqueror2, sowie IE. Von diesem Router
stammen die "grün-gelben" Screenshots von der
Anleitungsseite).
- Kann zusätzliche lokale Subnetze auf ein Gateway routen.
Erlaubt einzelne Host-Routen, hat man mehrere IP-Nummern vom Provider,
kann man NAT auschalten und diese mit Netmask 255.255.255.255 und
GW=Host eintragen. Damit sind auch Netzadresse und Broadcast nutzbar.
- Verbindet nach Trennung nicht automatisch neu.
- Trennt bestehende Sessions (ssh z.B.), wenn eine Trennung erfolgt,
auch wenn er hinterher die gleiche IP-Nummer wieder bekommt.
- Traceroute mit UDP (wie bei Linux üblich) geht nicht, nur mit
ICPM (je nach Linux-Version mit traceroute -I icmp oder
traceroute -I).
- Erzeugt, wenn die Verbindung idle ist, nach kurzer Zeit im Sekunden-Takt
Echo-Requests. Das stört zwar nicht, aber schön ist es nicht,
die dürften als Traffic mitzählen.
- Edimax BR-6004+
Oktober 2003, 18,50 EUR, gebraucht, ohne Konsolenkabel (selbst angefertigt)
- Größeres Metallgehäuse, viele LEDs. Bleibt kalt,
kann also unter anderen Geräten stehen.
- Webinterface mit Java, die Java-Applets machen neben der WWW-Verbindung
auch noch Verbindungen zu Ports 9800 ff., die müssen genauso
geroutet sein wie Port 80. Geht dann aber mit allen Java-fähigen
Browsern (!).
- Kann zusätzliche lokale Subnetze auf ein Gateway routen.
Hat man mehrere IP-Nummern vom Provider, kann man diese als Subnetz
eintragen, es wird dann korrekt gehandhabt. Netzadresse und
Broadcast-Adresse sind nicht nutzbar.
- Verbindet nach Trennung nicht neu, egal wie die Idle-Zeit steht.
Man kann aber den SNMP-Trap nutzen, um ein Ping loszuschicken.
Hat als einziger eine LED, die eine stehende PPPoE-Verbindung anzeigt,
und nicht nur den Link des eingesteckten Netzwerkkabels.
- Kann SNMP (nur lesend), SNMP-Traps beim Booten, Trennen und Verbinden,
tftp für die Konfig und Unix-Syslog, hat serielle Konsole und
Telnet-Interface. Theoretisch Fallback auf Modem/ISDN (ist aber extrem
langsam, offenbar nur Software-Handshake).
- GetNet GR-8104P
(mit Printserver)
November 2003, 30,50 EUR, Neuware
- Keilförmiges Kunsstoffgehäuse. Nur eine LED pro Port, kein
Uplink (Foto offenbar von einer noch etwas besser ausgestatteten
Version).
- Webinterface mit Konqueror "komisch", geht aber mit
Mozilla/Linux, Netscape 4 und IE.
- Kann keine zusätzlichen Subnetze, erlaubt aber, mehrere externe IPs
auf mehrere lokale abzubilden, somit mehrere IPs nutzbar.
- Trennt bestehende Sessions (ssh z.B.), wenn eine Trennung erfolgt,
auch wenn er hinterher die gleiche IP-Nummer wieder bekommt.
- Verbindet nach Trennung nicht automatisch neu.
- Printserver schiebt Leerseite nach, wenn gemäß RFC mit #0
abgeschlossen wird. Sendet NACK, wenn im d-File-Paket Länge
0 steht, geht aber, wenn man statt #0 einfach die Verbindung
trennt (der mitgelieferte Windows-Client macht das so). Dazu muss
man den lpr/cups patchen. Immerhin sind Nur-Printserver deutlich
teurer und können dann auch kein PPPoE:-)
- Kann SNMP (nur lesend, steht nicht im Handbuch, geht aber).
Während des Testens habe ich die Router an den vorhandenen Switch
angeschlossen, und dadurch zufällig bemerkt, dass nicht alle vertragen,
wenn ihr WAN-Teil mit dem LAN-Teil verbunden wird (was aber bei PPPoE
eigentlich möglich sein müsste). Sie verhielten sich dabei wie
folgt:
- Devolo: Es geht gar nichts. Offenbar wird die WAN-Mac-Adresse vom
eigenen Switch verschluckt. Geht aber, wenn WAN und LAN auf einem
anderen Switch vereint werden.
- PheeNet: Geht problemlos.
- Edimax: Geht zeitweise, dann blockiert er minutenlang, offenbar läuft
ein Speicher über oder er meint, einen Hack-Angriff abwehren zu
müssen.
- GetNet: Geht zeitweise, dann treten Multicast-Stürme auf, offenbar
wird ein eingehendes Multicast-Paket im Kreis geschickt.
Interessant ist dieses Verhalten für Leute, die mehrere Zugänge
haben, und diese gleichzeitig nutzen wollen (z.B. T-Online und IN-Berlin),
und dabei einen der Zugänge vom Rechner aus, den anderen per Router
realisieren möchten.
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