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[Aus einem Word-Dokument konvertiert und die schlimmsten Tags rausgeschmissen hat assel. Inhaltlich verantwortlich sind Nadine, Johannes und Achim vom FB Soziologie der FU-Berlin. Und wer sich hinter A, B, C und D wirklich verbirgt, kann sich wohl jeder denken ;-)]

PjS: Gesellschaft im Internet

Arbeitsgruppe "Netzkritikorganisationen"

Interview mit Aishe, Bülent, Ceyhun und Dragan am 12.5.1999

A= Aishe (Teilnehmerin und Praktikantin bei IN-Berlin)

B= Bülent (Mitglied des Vorstandes von IN-Berlin)

C= Ceyhun (Mitglied des Vorstandes von IN-Berlin)

D= Dragan (Teilnehmer bei IN-Berlin)

I= Achim

J = Johannes

N= Nadine

 

J: ...so ein bißchen in die Historie zu gehen, ist ja ganz logisch zu fragen beim IN-Berlin sozusagen wie sich das entwickelt hat, wo, von wem und wie das angefangen hat, und welche Veränderungen seitdem die Organisation gemacht hat, durch was für Ihr Phasen, wenn ihr das unterscheidet so ungefähr durchgegangen seid. Das wäre erst mal so ´ne historische Frage so zum Einstieg, also wo ihr auch gerne länger erzählen könnt ohne daß wir euch unterbrechen müssen.

B: Das kannst du glaub ich ganz gut, du bist am längsten dabei...

C: (lacht) Das IN-Berlin ist glaub ich 1993 entstanden als lockere Benutzergruppe, die sich jetzt ohne irgendwie formell vereint zu sein oder was anderes zu sein zusammengeschlossen hat, um zu diesem Zeitpunkt ebend Internetdienstleistungen a) selber wahrnehmen zu können und b) anderen Privatpersonen zur Verfügung stellen zu können. Das war, zu der Zeit waren das hauptsächlich würde ich mal behaupten Studenten oder studentische, aus dem studentischen Umkreis Leute und es war ´ne Zeit, wo das Internet nicht sonderlich bekannt war. Also man hatte damals doch eher noch viele Mailboxen, man hatte news, man hatte mail, www war noch gar nicht erfunden, und FTP gab es halt schon, ne. Das waren so ja doch vielleicht eher puristische Anfänge und der Benutzerkreis waren halt Leute, die das halt sehr interessiert hat, die vielleicht aufgrund von ihren studentischen Aufgaben auch ein Interesse hatten weltweit zu kommunizieren also nicht nur im kleinen Krei! se

J: Was hatten die für Aufgaben?

C: Aufgaben hatten die eigentlich gar keine, was auch immer die Leute gemacht haben, die hatten halt ein Interesse dran, also das war jetzt nicht irgendwie daß das jetzt lauter Soziologen gewesen sind oder lauter Techniker oder so das war einfach gemischt.

B: Als das wurde eher so als Hobby gesehen, das die Leute die von der Uni kamen, jetzt ihren Internetzugang verloren haben, da nach dem Studium und was neues gesucht haben. Dadurch haben sie sich halt selber drum gekümmert, haben geguckt, wie kommen wir wieder ins Internet oder wie können wir das auch nach dem Studium nutzen und so ist das eigentlich entstanden. Und es ist auch heute noch so, daß wir eine Leitung zur FU haben und über den DFN angeschlossen sind – Deutsches Forschungsnetz – und so die Struktur ist eigentlich gleichgeblieben, wobei wir jetzt eigentlich so gewachsen sind, daß wir auch viele Privatpersonen haben, die gar nichts mit der Uni zu tun haben oder nie gehabt haben. Also das hat sich ein bißchen geändert...

C: Ja es gab dann halt dann doch einen größeren Bruch irgendwann, wo das ganze so aus diesem hobbymäßigen Kreis vielleicht so ein bißchen ausgelöst wurde und das Internet halt auch bekannter wurde. Das heißt also dann auch, daß es eben nicht mehr unmöglich war für Privatpersonen, irgendwelche kommerziellen Zugänge zu nutzen, die auch günstig sind und preiswert sind und wo auch der große Run dann auf das Internet begonnen hat und das war dann gleichzeitig auch der Zeitpunkt, wo wir uns dann quasi organisiert haben in Form eines Vereins. Vorher war das eigentlich so eine völlig rechtlose Gruppe von Leuten, die keinerlei Regeln (lacht) irgendwie gefolgt ist.

J: Wann war das ?

C: Das war, wann war denn das?

B: 95, oder?

J: kann sein,. Wir können das ja auch/

B: Können wir noch rausfinden aber 95 klingt schon mal ganz gut.

C: ja denk ich auch.

B: Also die erste Hälfte der Zeit haben wir jetzt so geschafft und diese zweite Hälfte sind wir jetzt als Verein organisiert, ja die Struktur hat sich halt dahin geändert, daß es auch viele neue Dienste im Internet einfach gibt, so Webseiten das gab es damals noch nicht, das ist halt so der große Run, viele Leute denken, Internet sind halt Webseiten, da gibt es aber ein bißchen mehr. Gut und was wir auch viel in den letzten Jahren viel gefördert haben sind Standleitungen, also daß Leute wirklich 24 Stunden zu Hause Internet haben ohne sich einwählen zu müssen mit einem Modem. Was wir auch machen, sind in letzter Zeit häufiger so Vereine und Gruppen anschließen.

J: Wenn wir noch mal bei der Geschichte bleiben, am Anfang als ihr noch nicht so richtig vereinsmäßig organisiert wart, da hattet ihr aber auch eine Leitung zur FU oder was? So war das doch?

C: Ne eigentlich nicht, also wir hatten am Anfang eine Leitung zum Eunet /

J: Was ist das?

C: Also Eunet war ein kommerzieller oder ist immer noch ein großer kommerzieller Provider und hatten damals aber schon gute Kontakte zur FU und zum DFN. Und sind dann mal kurz gewechselt zum X-Link, was auch ein anderer kommerzieller Provider ist und haben dann den Schritt zum DFN dann mit einer eigenen Standleitung ...

J: Ja und das war immer Intenetanwendungen, weil du am Anfang sagtest so mit Mailboxen oder so...

C: das war ganz am Anfang eventuell nur UUCP, ne, als news und mail das ist seit also teilweise zumindest seit irgendwie 92/93 auf jeden Fall dann richtig Internet gewesen. Die Anzahl der Standleitungen bei unseren Nutzern selbst war allerdings sehr gering und auch die Nutzeranzahl selber war vielleicht eher so in der Größenordnung kleiner hundert.

J: Das war so in der Gegend von 91 bis 94 oder was?

B (C?): 95 so, ja...

C: Doch relativ wenig. Und halt eben das hier die Benutzer waren halt eben stark interessiert, kannten sich sehr gut aus und daß die Leute damals sag ich auch mehr oder weniger dazu, also ein normaler PC war nicht so richtig internetfähig und man mußte da schon ein bißchen was für tun, damit das auch funktioniert....

J: Die kannten sich auch dann viel untereinander, diese knapp hundert oder waren da auch...?

C: Also mehr als heute, allerdings alle hundert kannten sich mit Sicherheit nicht persönlich gegenseitig, aber da waren schon immer mal größere Gruppen auch, die denk ich ansonsten auch was miteinander zu tun hatten, privat, das also war schon sehr wahrscheinlich, daß das so ist und das hat sich dann also irgendwann mit diesem Run auf das Internet natürlich geändert, das heißt jetzt schließen wir hauptsächlich Leute an, die wir persönlich nicht mehr kennen, die sich auch untereinander persönlich nicht mehr kennen, sind natürlich sehr viel mehr Leute geworden, viele junge Leute glaub ich inzwischen und ist klar, einerseits durch den Bekanntheitsgrad des Internets andererseits auch wesentlich einfacher geworden ist für jemanden der sich nicht so großartig damit beschäftigt und trotzdem den Zugang zu erhalten.

Das hat sich natürlich geändert. Die Benutzerstruktur von IN-Berlin ist trotzdem würde ich mal behaupten eine, die nach wie vor in studentischen Kreisen stark fußt, also sicherlich mehr als sag ich mal AOL-Nutzer oder Telekom-Nutzer und es sind auch relativ viel Nutzer dabei, die also ein ausgesprochen starkes Interesse haben, so daß wir halt viel Online-Zeiten haben und daß wir noch Standleitungen haben wollen und sag ich mal über das durchschnittliche Anwenderverhalten dann hinauswachsen.

B: Also wir haben wenig von den Leuten, die jetzt mal sagen, also ich will zweimal in der Woche meine mail abholen und mir reichen die 5 Stunden die in irgendeinem anderen Tarif drin sind . Wir haben eigentlich mehr die Leute, die eigentlich so stundenlang im Internet rumhängen. Und es geht wirklich oft soweit, daß die dann sagen, na wenn wir so 200-300 Mark Telefonkosten im Monat, dann kommen die halt an und sagen, ist zu teuer, dann gucken wir halt ob das mit einer Standleitung vielleicht günstiger ist, das reicht oft schon, also das ist so die Schmerzgrenze wo sich es dann lohnt.

J: Ich muß immer gucken, weil wegen der Geschichte, ne, um da vielleicht noch näher dranzubleiben, also ob es noch wissenswerte Dinge noch aus dieser Anfangszeit vielleicht gibt, also ihr habt gesagt, daß waren so Studis, wißt ihr vielleicht noch was das dann für Fächer waren, also du hast ja gesagt nicht spezielle Soziologie oder Informatik oder so/

C: Also da gibt es natürlich keine Erhebungen drüber, ich würde mal annehmen daß es in der Hauptsache schon Informatiker waren, ja/

J: Also wenn du jetzt konkret denkst, die und die Person fällt mir jetzt als erste ein /

C. Die ich so persönlich gekannt habe, ja, ja, also schon aus, wurde ja schon beschrieben, die haben sich ja auch an der Uni damit beschäftigt, da wir ja auch Zugang zu (? ?)

I: Ja mhm also uns interessiert ja auch, ob es explizite Ziele bei euch gibt, die ihr verfolgt, also, ihr habt ja auch eine Satzung, als Verein, wo ihr auch Ziele aufführt oder /

C: In der Tat ja.

I: Ja da würde ich gern mal was hören, am besten erzählt ihr da einfach mal/

C: Also die Satzung, die ist glaub ich relativ allgemein gehalten, da geht es um Völkerverständigung, Kommunikation und dergleichen, also das ist mit Internet nicht sonderlich spezifisch, ähm der Schritt so in Richtung Verein zu gehen war eigentlich auch weniger, daß wir bestimmte Ziele verfolgen, oder irgendwie im Internet spezielle Interessen verfolgen, sondern das war mehr so, daß wir praktisch im Prinzip eine Rechtsform haben, die jetzt nicht mehr so einfach umzustoßen ist, also das es da einen Vorstand gibt, der gewählt wird und daß es da Mitglieder gibt, die dann auch mitreden können und das war früher doch irgendwie sag ich mal doch ein im Grunde genommen chaotischer und sehr abhängig vom good will von wenigen Leuten die dann vielleicht in Schlüsselpositionen gesessen haben und das war eigentlich so der Grund, warum wir jetzt dann so einen Verein haben wollten, wegen eigentlich so einer Rechtsstruktur.

I: JA aber nichtsdestotrotz ....

B: Ja einmal die Satzung auf die du zu sprechen kamst, die war auch damals ein bißchen im Hinblick mit so gestaltet, im Hinblick auf Gemeinnützigkeit, das haben wir dann aber nicht gemacht, weil es gibt irgendwo aus dem süddeutschen Raum so ein Grundsatzurteil, daß so Internetvereine nicht gemeinnützig sein können, von da her haben wir das dann irgendwann wieder gelassen, aber die Satzung hat halt so ein paar Sachen drin, wo wir schon gedacht haben, na das ist halt günstig, wenn das drin steht, wir haben uns da auch damals schlau gemacht und so also, das haben wir dann irgendwann nicht mehr getan. Ähm mit Zielen ist das ein bißchen schwierig in so einem Verein, also der Vorstand besteht bei uns aus 7 Leuten und wir können uns natürlich schon überlegen, ja wir wollen jetzt dies oder wir wollen das, das Problem ist nur, daß hier niemand für seine Arbeit bezahlt wird und daß wir deswegen auch niem! andem sagen können, du hast jetzt dies und das zu tun oder das ist jetzt unser Ziel was wir haben, also wir machen das eigentlich mehr so daß wir sagen, ja Leute ihr könnt hier machen , was ihr wollt, und wenn ihr irgendwie Spaß dran habt, dann tut euch zusammen oder macht alleine aber ihr könnt hier machen was ihr wollt, also wir haben hier Räume, ihr könnt hier irgendwie Schulungen machen, ihr könnt euch hier treffen und und und und und. Das lassen wir den Leuten eigentlich relativ frei. Ich denke so als Ziel vom Verein kann man es wirklich so, das Grundding ist halt so Privatpersonen ans Internet zu bringen, immer noch, und schon was ich vorhin schon gesagt hab, daß wir auch so Standleitungen halt fördern und gucken, ob wir das für Gruppen unterstützen, die vielleicht finanziell nicht so gut sind, daß wir denen dann halt sagen, okay ihr könnt hier einen Rechner hinstellen oder euch ein paar Webseiten ! oder so, Eure Idee finden wir gut.

J: Durch was unterscheidet ihr euch dann von einem konventionellen, äh kommerziellen ISP?

B: Mhm...

C: Gute Frage ...Naja wir sind nicht drauf angewiesen, irgendwelche Dollars zu verdienen und Leute zu bezahlen, und halt diesen wirtschaftlichen Interessen irgendwie nachzuhechten, sondern das was wir tun ist halt in erster Linie von dem bestimmt, was wir für gut und richtig halten, also das ist glaub ich schon mal ein Unterschied.

J: Und was ist dann, wenn ihr machen könnt, was ihr gut und richtig findet was ist dann anders als bei blinx?

C: Als bei blinx?! Ähm...

J: Als bei AOL , ich mach es euch einfacher ...

C: Oder sonst wo/

B: Also kommerzielle Provider machen das ja, daß sie irgendwelchen Gruppen webspace schenken oder so, eine also ccc ist ja bekannt, Chaos Computer Club, die haben das auch geschenkt, das ist irgendwie also/

J: Ja gut das ist für die natürlich Werbung/

.

B: Das ist für die natürlich Werbung, eine und die müssen natürlich gucken, lohnt sich diese Werbung? Ne, also ccc ist nun super bekannt, würde jeder gerne nehmen wahrscheinlich so eine. Da müssen wir nicht so drauf gucken, das ist bei uns relativ egal.

J: Ihr verschenkt webspace, versteh ich jetzt daraus...

B: Wir verschenken nicht pauschal webspace, nö!

J: Nicht pauschal?

B: Nicht pauschal! Wir machen das sicherlich manchmal oder so ja, also wir wägen das auch immer ab!

I: Wer kriegt denn von euch Webspace geschenkt?

B: Das ist schwierig zu sagen, also wir wir setzen uns schon mit den Leuten hin und klären irgendwie, wie ist eure finanzielle Situation, wo kriegt ihr Geld her, werdet ihr irgendwie unterstützt und so, und wenn die halt irgendwie auch so ein bißchen Geld haben, oder viel Geld oder so, dann kriegen sie es auch nicht geschenkt! Das ist irgendwie ganz klar!

J: Unterschiede zu AOL, das ist das Überthema.

B: Na ich weiß nicht, das würden die sicherlich auch machen, aber ich denk mal wir nehmen da auch irgendwie kleinere, die die nicht so bekannt sind oder so ?

J: Also nicht so Profitinteresse dahinter/

B: Genau, also was auch nicht so werbewirksam einfach ist. Also der Unterschied zu AOL ist ganz klar, daß wir wirklich nur private Anschlüsse keine kommerziellen Kunden , das kannste bei AOL machen oder bei jedem anderen eigentlich auch, fast, bei jedem anderen eigentlich.

C: Die Leute die über uns connected sind, haben eigentlich eine gute Möglichkeit, sich hier selber einzubringen und mitzumachen, sie haben also wie auch schon jetzt gesagt wurde, halt die Möglichkeit die Räume hier zu nutzen, also jetzt nicht nur Internet zu nutzen, sondern auch die Räume zu nutzen und Veranstaltungen zu machen und dergleichen, also das sind denk ich mal Möglichkeiten, die man so bei den sag ich mal Telekom oder so natürlich nicht hat. Also eine Organisationsform die wenigstens versucht, die Leute zusammenzuführen.

J: Das ist dann das Ziel, die Leute zusammenzuführen?

C: Kommunikation ist ein Ziel und Kommunikation geht natürlich auch ohne Internet also nach wie vor und ich halte das Internet für eine Bereicherung der Kommunikation zwischen den Menschen allerdings keinesfalls als ein Ersatz zu irgendwelchen persönlichen oder sonstigen herkömmlichen also der Zusammenhang ist eigentlich das was /

B: Also ein gutes Beispiel, wem wir so webspace und auch was weiß ich alles andere so ungefähr Schenken ist die BELUG – Berliner Linux User Group, die auch da vorne sitzen, die also die treffen sich so inzwischen einmal in einer Woche hier jeden Mittwoch, die sind auch fast jeden Samstag hier und machen irgendwelche Veranstaltungen, die haben hier auch einen Webserver stehen , das ist halt, das liegt einmal daran, daß also auch viele Leute von der BELUG bei IN-Berlin sind, nicht alle aber ich würde mal schätzen, so ein gutes Drittel bestimmt. Aber das hätten wir wahrscheinlich sonst auch so gemacht also, das wäre so ein Beispiel dafür /

J: Weil euch Linux wichtig ist?

B: Weil uns auch Linux wichtig ist; weil uns auch die ganze Aktion wichtig ist, weißt du (lacht)

J: Ja mhm...

I: Also du hast jetzt grad noch mal was zum Internet gesagt, an sich also eher generell, verfolgt ihr da auch spezielle Ziele, also jetzt was die Entwicklung vom Internet angeht, habt ihr da eine Vorstellung, wie ihr euch da positiv in die Entwicklung einbringen könnt? ( Pause) Oder ist das jetzt vielleicht zu abstrakt?

C: Mhm ja , also ich ich glaube, daß IN-Berlin irgendwie die Providerlandschaft, also zumindest hier in Berlin schon mitgeprägt hat auch, also die Tatsache, daß es uns von Anfang an gab, daß wir irgendeinen Preis verlangt haben, der so bei 29Mark halt eben liegt oder so ja hat denk ich mal andere dazu veranlaßt, halt ebend ähnliche Preise zu wählen oder da drunter zu bleiben oder dergleichen und es gibt halt für die Benutzer halt, die jetzt halt sagen wir mal, den einen oder anderen kommerziellen Laden nicht mögen, gibt es halt die Möglichkeit, woanders hinzugehen und sich dort halt eben einzubringen und was zu unternehmen, was ja wenn es so was wie IN-Berlin nicht geben würde, auch gar nicht möglich wäre. Dann heißt es ja halt eben IP gegen D-Mark oder gegen Geld und fertig aus und da kann ja gar nichts mehr daraus entstehen, wir haben hier quasi ein Forum, was doch das ein oder andere offen hä! ;lt, ohne daß wir das aber selber irgendwie anleiten oder versuchen zu initiieren. Das ist halt einfach ein Forum was da ist. Das ist glaub ich was ganz wichtiges.

I: Wenn jeder in eurer Satzung, wenn ich das hier richtig habe, schreibt ihr euch eine Rolle zu als Vertretung öffentlicher Interessen im Bereich der privaten Datenkommunikation und insbesondere in Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtkommerziellen Institutionen, wo liegen denn die öffentlichen Interessen, oder wie sehen die aus?

B: Eine ganz wichtige Sache wäre so Sicherheit im Internet beispielsweise.

J: Kannst du das genauer sagen?

C: ja wir haben hier mitunter Veranstaltungen zum Beispiel zu PGP - Pretty good Privacy. Wir haben Interesse dran, daß unsere Nutzer wissen, was sie tun, wenn sie irgendwas anklicken oder irgendwelche Seriennummern verschicken und dergleichen, daß heißt nicht, daß wir das ihnen jetzt unbedingt jedes mal wenn wir die neu anschließen auch gleich alles erzählen, aber wenn sich einer interessiert und fragt halt so hmh kann ich das denn tun ist das gefährlich, ja dann laden wir ihn gleich ein, also wir haben auch regelmäßige Benutzertreffen, die jetzt nicht abhängig sind von irgendwelchen bestimmten Benutzergruppen, sondern die einfach so...

B: Also wirklich IN-Berlin Treffen

C: IN-Berlin Benutzer an sich jetzt ansprechen ja und die können dann halt kommen und sich austauschen und Erfahrungen, also insofern, aber das ist nicht so, daß wir jetzt mit irgendwelchen staatlichen Institutionen zusammenarbeiten.

J: Ja öffentliche Interessen muß ja jetzt auch nicht unbedingt Staat heißen, also ich find, wir nehmen das eher positiv auf, sozusagen, haben auch so einen Hintergrund, wo wir denken natürlich gibt es auch gesellschaftliche Interessen oder so die nicht staatlichen oder nicht Profitinteressen entsprechen und deswegen sind wir auch quasi hier, weil wir euch da für so eine Organisation halten, die so das vertritt.

C: Und was vielleicht auch ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß das IN-Berlin ja nicht irgendwie ein Einzelkämpfer ist, der jetzt hier irgendwie in Berlin vertreten ist und sonst nirgendwo, sondern daß IN-Berlin ist organisiert im IN, welches halt wiederum bundesweit organisiert ist. Also es gibt von solchen Regionaldomains nennen wir das, das gibt es halt ebend auch in München, in Hamburg sonstwo gibt es halt immerhin ich glaub 50 verschiedene bundesweit und die Leute kämpfen dann dort auch mit ähnlichen Problemen wie hier das heißt es gibt halt mittlerweile Billiganbieter, Nutzer wandern ab, das Internet wird einerseits immer schneller, andererseits auch immer schlechter was halt irgendwie Betreuung der Nutzer angeht oder halt eben das Verständnis der Nutzer gegenüber dieser Technik oder mit dieser Technik. Wir haben da zum Teil auch so eine, sag ich mal Kaufgemeinschaft, das heißt wir kaufen gemeinsam unser IP! ein, das heißt wir sind dann nicht mehr so ganz klein und sind insofern auch in der Lage auf dem Markt mitzuhalten. Treffen uns aber auch wenigstens einmal im Jahr, wir haben mitunter irgendwie außerordentliche Kongresse und Veranstaltungen, die auch teilweise öffentlich sind, glaub ich zumindest und versuchen halt ja sag ich mal, Leute die halt ebenso kleine ISP´s sind oder halt ebenso kleine Regionaldomains wie wir selber sind halt ebend auch zu koordinieren

J: Ihr seid dann Mitglied bei diesem Bundes IN?

I: Also das ist so die übergeordnete Instanz dann?

C: Richtig.

J: Und wie läuft das dann zum Beispiel wenn wir jetzt das Beispiel mit Zusammen Webspace einkaufen: gibt es da regelmäßige Verhandlungen mit dem DFN so hab ich das so jetzt verstanden ...

C: richtig

J: Wird das immer wieder neu verhandelt ?

C: Das wird mit dem DFN im Prinzip jedes Jahr neu verhandelt und wir kaufen dort auch für alle Domains gleichzeitig ein und haben dann natürlich ein anderen Preis als wenn jede Domain /

J: Und wer verhandelt dann mit denen?

C: Da haben wir dann immer entsprechende Beauftragte also das IN selber ist halt auch wieder ein Verein da gibt es Leute die dann auch wiederum bestimmte Funktionen haben, wie zum Beispiel DFN-Kontakt oder halt ebend Kassenwart...

J: Der Mensch der den DFN-Kontakt macht, der führt dann die Verhandlungen ?

B: Ja das können die Domains aber auch selber machen also grundsätzlich ist es so daß wir beim DFN also so gute Konditionen haben eigentlich daß das daß die sich grundsätzlich alle beim DFN anschließen – sollen. Das geht aber nicht überall, DFN gibt es eigentlich nur an den Unis aber nicht jede Uni sagt irgendwie okay wir nehmen euch, eine , es gibt halt Rechenzentren die sagen, das wollen wir nicht, das macht uns also nur Arbeit irgendwie so eine komischen Typen da das wollen wir nicht.

J: Wo zum Beispiel? Weißt du ob so was ....

C: Das könnten wir vielleicht mal rausfinden....

B: Das weiß ich jetzt auch nicht ...

C: Aber gibt es, ja.

J: Also mich interessiert das sozusagen wegen dieser Organisationsstruktur inwieweit Ihr da, hat er dann da die Vollmacht, dieser IN-Bundesbeauftragte für den Kontakt zum DFN oder sagt Ihr auch irgendwie, gibt es auch irgend eine Form, daß er das jetzt abholen muß von Euch, daß Ihr das okay findet, was er verhandelt ?

B: Nicht von uns, also wir sind eigentlich nur so IN-Berlin Berliner Domain und es gibt noch einen Vorstand vom ganzen IN /

J: Der ist in Oldenburg?

B: Der Vereinssitz ist in Oldenburg, die Geschäftsstelle ist wieder hier in Berlin.

J: Ach so!

B: Also Vereinssitz von dem Verein ist in Oldenburg, die erste Vorsitzende ist auch aus Berlin, der Frank, wo ist denn der her?

C: Aus dem Norden?

B: Ne der Kassenwart ist aus Kiel oder so, ne? Also die sind halt auch recht verteilt. Und von da her müssen wir auch ab und zu mal solche Treffen machen, daß die sich alle sehen, so einmal im Jahr...

J: Und wie heißt dieser DFN-Beauftragte?

C: Wissen wir jetzt im Zweifelsfalle nicht

B: Genau, fällt mir jetzt grad nicht ein.

J: Mich interessiert das nur wegen diesem Zusammenspiel, eine, von hier ihr seid von IN-Berlin, dann gibt es noch einen bundesweiten... sozusagen, wie ihr euch da koordiniert?

B: Also meistens ist es eigentlich so, daß die Domains erst mal selber loslaufen und gucken, wo können wir uns anschließen . Und wenn se dann irgendeinen DFN-Anschluß an der Uni kriegen, dann ist das eigentlich schon klar, wenn sie irgendwo zu einem anderen Provider gehen müssen, ähm, dann wird das noch mal vom Vorstand irgendwie abgenickt. Also die schreiben dann eine mail wenn sie...

J: An diesen Bundes-IN?

B: Ja wenn sie halt sagen, wir müssen zu dem und dem Provider gehen, und mit dem haben wir noch keinen Vertrag, also mit X-Link haben wir Verträge, mit Spacenet haben wir so was, das war es glaub ich schon.

C: DFN, Eunet, X-Link, Spacenet....

B: Eunet haben wir jetzt noch, nö?

C: Hatten wir...

B: Hatten wir mal....

C: Oder sollten wir sie jetzt noch haben, dann ......

(alle reden durcheinander...)

J: Wenn jetzt also eine regionale Domain ankommt, dann kann die also gucken, ob es da schon Kontakt gibt, mit dem Provider, oder sonst wird eigentlich von dem Bundes –IN ein neuer Vertrag mit dem Provider gemacht oder ist das auch bei den regionalen?

B: Beides. des ist nicht so ganz durchgängig da im Moment, da drehen wir aber noch einen bißchen dran, also das sollte schon natürlich vereinheitlicht werden, also man kriegt dann auch bessere Kontingente, bessere Preise, das ist alles klar. Genau wie Leitungen einkaufen beispielsweise. Im Moment ist es so, daß eigentlich alle bei der Telekom kaufen, neue Anbieter gibt es ja jetzt grade erst mal so, aber da wäre es auch schlauer, das deutschlandweit zu koordinieren, aber das sind auch Sachen, wo wir jetzt als Geschäftsstelle grad noch einen bißchen dran arbeiten, so deutschlandweit.

J: Bist du in der deutschlandweiten Geschäftsstelle?

B: Wir beide.

J: Und was seid ihr da?

B: äh – die Geschäftsstelle!

C: (Lacht.)

J: Also da gibt es nicht jetzt daß ihr dann jeweils ein Amt habt oder so?

B: Ne. Das machen wir irgendwie gleichberechtigt, oder?

C: Bis jetzt...

B: (Lacht)

J: Das ist aber auch ehrenamtlich? Das ist doch tierisch viel Arbeit?

B: ähm, nicht ganz, eine, ja doch, wir (oder viel?) schon ja?

C: Aber die Geschäftsstelle, die kriegt finanzielle Mittel auch zur Verfügung gestellt, vom IN, das ist schon klar, also wir zahlen uns jetzt selber nicht aus, oder so was, wir sind in der Lage, uns einen Computer zu kaufen...?

I: Und gibt es irgendwie, ist da eine Hierarchie zwischen dieser Bundesgeschäftsstelle und den anderen ? Also das vielleicht Vorschläge gemacht oder um es extrem auszudrücken: Weisungen ...

C: Weisungen auf gar keinen Fall, aber es ist natürlich so, daß dann irgendwie doch bestimmte Fäden sag ich mal zusammenlaufen, und daß es eher so ist, daß die Domains uns Fragen stellen und dann eine Antwort haben möchten als umgekehrt, obwohl wir fragen die Domains auch sehr viel und sagen, was habt ihr denn jetzt für Leitungen und wollt ihr aufrüsten und kann man das vielleicht koordinieren und so, ja? Das ist einfach ein hin und her.

B: Also Hierarchie ist eigentlich so: es gibt oben den Vorstand, deutschlandweit drei Personen , dann gibt es so die Geschäftsstelle, die ist so Schnittstelle zum Vorstand und zu den Domains. Das heißt die Domains sind eigentlich so sollten erst mal die Geschäftsstelle fragen, bevor sie den Vorstand irgendwie so ....

C: ...nerven...

B: Weil die machen das in ihrer Freizeit einfach.

C: Wobei die Geschäftsstelle also keinerlei Befugnisse hat für irgendwas. Also die kann da nicht irgendwas erlauben oder verbieten, sondern die kann dann nur sagen, ja das machen wir schon immer so, macht ihr das besser auch so (lacht).

B: Also wir machen...

C: (dazwischen) Die anderen sagen, nein auf keinen Fall, wir wollen das anders, dann haben die also schon noch Möglichkeiten und die Domains an sich sind auch alle frei oder so, also die können von ihren Nutzern irgendwie verlangen was sie wollen und sie können irgendwie auch sagen, wir machen nur UUCP oder wir machen UUCP nicht mehr, weil das will keiner mehr, wir machen nur noch IP oder was immer sie für Leistungen anbieten oder so das kann sich so eine Domain selber überlegen und muß sie auch, also das kommt immer drauf an, wieviel ja manpower sie vielleicht haben und ob sie da wirklich so ein großes Interesse dran haben oder eher kleineres Interesse, das ist auch sehr unterschiedlich, es gibt sehr große Domains und es gibt sehr kleine Domains, das ist halt sehr unterschiedlich.

I: Und gibt es neben dem , neben dem technischen, also das ist ja jetzt, das war ja jetzt hauptsächlich technischer Aspekt irgendwie von der Bundesgeschäftsstelle ausgehend Tips und Ratschläge?

C: Tips und Tricks, ja.

I: Geht das über was technisches hinaus oder über Verwaltungsakte hinaus?

C: Naja also zumindest bei den regelmäßigen Treffen, die halt dann doch stattfinden, also da spricht man natürlich nicht nur darüber, wie man welchen Computertyp mit welchem Modem am besten anschließt, also so rein technisch, sondern man überlegt natürlich auch oder so, wo ist unsere Zukunft, was können wir tun wenn IP von Coca-Cola verschenkt wird, weil die dann soviel Werbung damit machen, was ist dann unsere Rolle, also da gibt es dann so Gedanken, was jetzt von IN-Berlin sag ich mal in Richtung so Verbraucherschutz, Verbraucherzentrale, ja? Die ja jetzt oder Mieterverein für also jetzt, also in Anführungsstrichen für Internetnutzer, da wo wir dann davon ausgehen, daß uns dann auch Leute fragen können, die Schwierigkeiten haben, die jetzt nicht direkt beim IN angeschlossen sind, so. Die können dann auch mit der Telekom oder mit sonst mit irgendwas im Internet ein Problem haben und verunsichert sein ! und dann beispielsweise hier anrufen.

B: Also dieses Problem mit den Domain-Namen hat ja sicherlich jeder schon mal gehört irgendwo, also jemand beantragt sich irgendeine Domain und dann kommt irgendeine große Firma und sagt hey das ist aber eigentlich meins, ja?

J: Genau: Müller das sind wir!

C: Ja (lacht) genau!

B: Zum Beispiel. Und dann kommen sicherlich Leute irgendwie an und sagen ja bin ich noch nie mit konfrontiert worden, was muß ich jetzt irgendwie machen? Und da wäre halt so ein Verbraucherschutz irgendwie ganz wichtig, so Mieterverein im Internet sozusagen. Das wäre halt so was ...

C: Das sind so jetzt Überlegungen, die noch relativ neu sind sag ich mal ...

B: Ob ich das als Ziel bezeichnen würde, was ihr vorhin gefragt habt weiß ich nicht, aber das sind halt so Sachen, wo wir halt auch schon öfter mal drüber sprechen, wo wir drüber nachdenken, ob das sinnvoll ist , das vielleicht was bringen würde...

J: Dahinter steht aber auch schon die Überlegung inwieweit das was ihr jetzt hier macht noch aktuell ist, nämlich sozusagen webspace oder Internetzugang zur Verfügung zu stellen?

B: Sicher klar. Ja klar, also vorn paar Jahren da war es halt so, da war das was für Leute, die waren an der Uni, die konnten halt Internet haben und sonst gab es nirgendwo Internet, es gab keine Internet Provider, einfach, inzwischen gibt es da so an jeder Ecke, das kriegt man geschenkt, ja, das ist nichts besonderes mehr, was wir eigentlich machen. Und ich habe das oft schon gehabt, das ich einem Kollegen gesagt hab, bei uns kostet das 29Mark, dann haben die gesagt: was so teuer, das gibt es schon für fünf Mark (mit verstellter Stimme) oder das gibt es umsonst, ja und das gibt eigentlich nicht mehr so also das fällt gegenüber den Leuten die einfach nur Webseiten angucken wollen, ist es einfach schwer zu argumentieren warum sollen sie zu IN-Berlin kommen, ich sag dann, ja wir haben hier irgendwie User-Treffen, wir machen dies und machen das, ihr könnt da mitmachen, ja , könnt euren Rechner herbringen, hinstellen, anschließen und so,! hier eine Stunde spielen oder so, kost nix extra das ist denen egal ja, die wollen irgendwie ihre webseiten abholen und fertig, Zuhause, und denen reicht das für fünf Mark oder so. Und von daher stimmt es natürlich also die Überlegungen gibt es schon: ist das überhaupt noch aktuell was wir machen ? Ich denk schon, daß das aktuell ist, wir machen einfach schon noch eine ganze Menge Sachen einfach anders und das ist auch für viele Leute noch ganz spannend.

J. Wenn ihr jetzt die Überlegung anstellt, so ein Rollenwechsel, wie kommuniziert ihr das , das würde mich noch so bei dieser Frage der Organisation interessieren, nutzt euch das Internet dafür, oder erzählt ihr das mehr auf diesen jährlichen Treffen? Dann in real life sozusagen? Oder macht das ihr beide jetzt, weil ihr seid bei IN-Berlin ihr seht euch, ihr unterhaltet euch darüber?

C: Sowohl als auch, also es ist natürlich so daß wir unsere eigene Infrastruktur auch nutzen, das heißt über mailinglisten, Email und verbreiten das natürlich auch, wir treffen uns halt regelmäßig, das gehört auch dazu und wo es halt eben auch so sag ich mal größere Konzentrationen von Leuten gibt, wie jetzt hier in Berlin oder so, da trifft man sich dann halt eben auch außerhalb der Reihe mal oder so. und ißt mal was zusammen und bespricht mal was also das gehört schon durchaus auch dazu. Aber auch ganz normal einfach über Email, klar.

I: Also ihr sprecht auch über die Zukunft und da hätte ich jetzt eine ganz konkrete Frage: wie stellt ihr euch die Zukunft so in zehn Jahren vor, was hat IN da erreicht, wie sieht das aus?

B: Zehn Jahre ist irgendwie viel zu weit, zehn Jahre gibt es uns überhaupt noch gar nicht also so...

I: Ist zu weit...

B: Ich glaub jetzt sind wir so bei acht Jahren oder so, ja gut, wenn uns irgendwann mal jemand gesagt hätte, ihr habt eigene Räume und fast tausend Nutzer oder so, dann hätten die alle am Boden gelegen und gelacht, ja. Also im Moment so schnell wie die Entwicklung geht, hat in zehn Jahren sowie so jeder einen Internetanschluß Zuhause und zahlt halt gar nichts mehr, das ist irgendwie, der Toaster hat einen Internetanschluß und fertig. Also wenn es so weiter geht wird es einfach so sein. Ich glaub da gibt es einfach keine Provider mehr, das ist dann einfach da oder da gibt es nur noch einen.

I: Und dann siehst du quasi IN dadurch überlebt.

C: Ne das sind wir dann, ist doch klar!

I: Ja

C: Naja vielleicht sind es ja auch andere Aufgaben bei dem Provider, das meinte ich...

B: Ja. ( lachen beide lange)

J: Ja oder ihr seid dann der digitale Mieterverein.

B. Ja oder wir sind was ganz anderes/

C: Ja ist wahrscheinlicher, das ist wahrscheinlicher/

B: Oder wir sind was ganz anderes, das ist einfach nur eine Überlegung die wir haben, ob die jetzt schlau ist, oder ob wir das machen, weiß ich nicht. Was ich mir auch gut vorstellen kann, wo auch Bedarf ist, ist halt Schulungen. Wir haben irgendwie Räume, wir haben hier Monitore, da können die Leute sich hinsetzen, wir haben wirklich auch fachlich gute Leute, die was darüber erzählen können und wir machen auch regelmäßig hier irgendwelche Schulungen also das wäre sicherlich auch ein Bereich, den man irgendwie ausweiten könnte.

I: Ja was, wie ist das eigentlich bei euch mit Schulungen, muß man dafür zahlen bei euch?

B: Ne, bisher nicht.

I: Also Mitglieder ist auf jeden Fall /

B: Also wir unterscheiden im Verein zwischen Teilnehmern, das sind einfach so unsere Kunden, ja, die einfach Internet benutzen und dann gibt es noch Mitglieder, die dürfen dann einmal im Jahr den Vorstand wählen, das wird man nicht automatisch und Mitglieder, steht auch in der Satzung, sind halt gehalten, irgendwie den Vorstand so ein bißchen bei der Arbeit zu unterstützen, das sind eigentlich Leute, die so ein bißchen aktiver sind im Verein. Grundsätzlich zu diesen Schulungen kann kommen wer will. Also da machen wir auch im Moment nicht so die Kontrollen, daß wir sagen, du bist jetzt nicht IN-Berliner, du bist jetzt irgendwie bei der Konkurrenz, du darfst hier nicht rein.

J: Und wieviel Mitglieder habt ihr?

C: Fünfzig.

B: Fünfzig.

C: Ja nicht so viele/

B: Ich weiß es nicht/

C: Also wir versuchen, was heißt versuchen, diese Zahl der Mitglieder klein zu halten ist falsch, aber wir achten schon drauf, also es gibt halt viele Leute, die denken, wenn sie einen Zugang haben wollen, müssen sie auch Mitglied werden, aber dann sagen wir denen dann, das bedeutet aber auch, daß du hier helfen sollst und das bedeutet auch, daß du mindestens einmal im Jahr kommen mußt und wenn sie es dann nicht tun dann haben wir in der Satzung auch irgendwas drinstehen, wenn nicht wenigstens ein Drittel, zwei Drittel der Leute da sind, dann sind wir nicht beschlußfähig, dann haben wir ein Problem und so weiter. Also wir sind nicht besonders scharf drauf, daß jetzt alle gleich Mitglied werden und dann irgendwie trotzdem nichts tun.

B: (lacht) Das macht es halt bei diesen Versammlungen einmal im Jahr einfach schwierig genug, Leute zusammenzukriegen, daß wir auch beschlußfähig sind. Das ist eigentlich das Problem was dahintersteht. Wenn wir jedem das auf die Nase binden würden, würden sagen irgendwie, kannst Mitglied werden und das ist kostenlos und so, dann würden die sagen, gut das kostet nichts das mach ich einfach mal. Und die würden wir nie wieder hier sehen, das wäre das Problem. Und wir müssen alle schriftlich einladen und und und , das ist irgendwie ganz viel Aufwand und da haben wir lieber weniger Mitglieder und die sind dann auch richtig aktiv.

N: Und wieso unterscheidet ihr dann noch auf der Homepage, da ist ja noch mal so eine Unterscheidung zwischen Teilnehmern, Mitgliedern und Aktive, also wie ist da jetzt genau der Unterschied zwischen Mitgliedern und Aktiven?

B: Der ist so ein bißchen historisch gewachsen also wir haben so seit wir hier die Vereinsräume haben, seit anderthalb Jahren ungefähr haben wir so eine Mailingliste, die heißt dann auch Aktive und das sind einfach Leute, die oft hier sind, die ganz viel machen, die an den Webseiten mit arbeiten, die hier mal einen Pinsel in die Hand nehmen und streichen und und und und und, und da sind einfach auch so ein paar Insiderinformationen hinter, wie konfiguriere ich hier diese X-Terminals oder so ja, das stehen einfach noch n paar andere Infos, die so normale Mitglieder nicht interessieren würden.

J: Und wieviel sind auf der Aktiven-Mailinglist?

B: Fünfzehn, zwanzig?!

C: So ungefähr, ja.

J: Das wären also die Leute, die zum Beispiel jede Woche einmal hier sind?

B: Im Moment vielleicht nicht ganz so oft, aber ja aber mhm das sind die, die ab und zu auch mal was tun, also Aktivere, wir haben auch so eine support-mailingliste, wo die Teilnehmer halt hinschreiben könne, hier mein e-mail-system geht nicht mehr oder so und da die Leute, die dabei sind, die machen vorrangig auch diese Emails von Zuhause.

N: Und wie schaut das so aus, allgemein gibt es ja so das Vorurteil, das gerade in Informatikerkreisen nicht so viele Frauen dabei sind, wißt ihr wie sich das ungefähr so aufteilt? Also man sieht ja hier auch schon, sie ist die einzige Frau.

(Gelächter)

B: Ja die anderen sind alle nicht da /

A: Das hat einen anderen Grund.

B: (lacht) Ähm, eine weiß ich nicht so richtig Statistik haben wir nicht, ne?

C: Ne haben wir nicht, aber es gibt sicherlich weniger Frauen als Männer als Teilnehmer.

N: Und wie erklärt ihr euch das?

B: Männer spielen mehr/

C: Da fallen mir jetzt nur ganz blöde Gründe ein/

N: Sag sie !

J. Ja dann sag mal blöde Gründe! Dann können wir das gut analysieren.

B: Männer spielen lieber!

C. Naja ist halt auch historisch gewachsene halt ebend ähm Abneigung gegenüber Technik eventuell so ja, doch doch , also die Typen kriegen immer wieder die Eisenbahn geschenkt und einen Computer und die Frauen doch immer noch eher Puppen, und das ist es wahrscheinlich auch, wobei ich das so sehe, daß bei den jungen Leuten es durchaus anders ist , also die jetzt halt so mit 17, 18, 19, naja gut 17 haben wir nicht , 18, 19 zu uns kommen oder so, da sind sicherlich mehr Frauen dabei als mit 25, 35, 45.

N: Wie ist denn das allgemein so, also sind da jetzt bei den Mitgliedern eher jüngere oder eher ältere?

C. Eher jüngere.

N. Eher jüngere, bei den Aktiven dann auch?

C. Eher ältere.

N. Eher ältere!

C: Was heißt jünger, was heißt älter, also Aktive sind dann doch leicht über dreißig, ja? Aber auch unter oder so, aber es ist doch eher ausgewogen sag ich mal, ja. Bei den Teilnehmern würde ich doch eher sagen, da sind viele jünger.

J: Seid ihr beiden auch Aktive?

D: Ne. Eigentlich nur Teilnehmer.

J: Und wie alt?

D: Knapp vor 25 (?).

J: Ja.

C: Aber stimmt, wir machen auch keine statistischen Auswertungen bis jetzt, könnten wir eigentlich direkt mal machen.

J: Was könntet ihr machen ?

C: Statistische Auswertungen.

B: Mhm.

I: Wie erfahren die Leute denn von euch, also wenn ihr sagt, daß ihr soviel jüngere da habt wie macht ihr euch publik oder ?

A: Mundpropaganda.

B: In der Hauptsache ja.

C: Also halt eben durch die Veranstaltungen dann teilweise halt auch, ähm Webseiten haben wir auch zufälligerweise. Aber ja doch Mund zu Mund Propaganda das ist es halt.

B: Also n bißchen COMBÄR die BeLUG, die BeLUG-User-Group, die sind auf der COMBÄR, die sind die geben dann immer unsere Flyer rum.

A: Was auch noch zu nennen sind, sind diese Anti-Microsoft-Fraktionen, also jetzt ganz viele, über die Cebit, die dann sagen, Microsoft ist scheiße, Microsoft ist doof und Linux haben wir jetzt gehört und jetzt wollen se alle wissen was das ist und was die BeLUG tut und so.

J: Mit dem Motiv Linux zu lernen?

A: Ja, nicht Linux zu lernen, sonder ebend nicht mehr Microsoft zu haben, das ist der Unterschied.

J: Stimmt. Hast du das auch über Mundpropaganda erfahren, seit wann bist du dabei?

A: Ne, seit einem Jahr? Na weil ich dann mit Linux angefangen hatte und Hilfe brauchte. Und mit Macintosh und Linux das war alles nicht so leicht.

J: Als (?) oder (?) Entschuldigung.

A: JA ja. Der kriegt demnächst auch wieder Linux.

J: Und bei dir?

D: Ich glaub von IN-Berlin hab ich eigentlich was gehört über das Internet und über ein paar Bekannte also auch Mundpropaganda. Wo ich damals auch dazugekommen bin, war es halt so, daß halt alles noch relativ teuer war, also was weiß ich da gab es halt solche Anbieter wie AOL, die halt dann pro Stunde so und soviel Mark nehmen und damals noch als Schüler beziehungsweise ähm ja war es einfach nicht möglich und dann bin ich dann natürlich erst mal hellhörig geworden, als ich hörte was ohne Online-Zeit-Begrenzung für 29 Mark da ja so kam ich halt hierher.

I: Du bist also schon länger dabei?

D: Schon also bei IN-Berlin ja eigentlich.

C: Das war auch eine Sache, die sich im Laufe der Jahre geändert hat, also wir waren so ganz am Anfang waren wir einfach unschlagbar preiswert ja doch weil es gab halt im Prinzip keinen Anbieter die so speziell sich auf Private gestürzt haben und die dann doch irgendwie eher, die wenigen kommerziellen Anbieter waren einfach sehr sehr teuer. Und wir haben unseren Preis nicht geändert aber jetzt mittlerweile gibt es viele, die sind einfach billiger wie wir, vielleicht haben die auch nicht den vollen Leistungsumfang so irgendwie noch nach Stunden noch beschränkt und aber viele Leute sagen dann irgendwie halt auch, ja das langt uns auch oder so ich nutz es eh nicht mehr als das was brauch ich dann Pauschalzugang für was weiß ich zehn Mark mehr wo ich dann theoretisch hundert Stunden machen könnte, ich mach es aber eh nicht und so, also das hat sich auch geändert. Also wer heute zu IN-Berlin kommt, der ist also entweder ein starker User, ! für den ist es nach wie vor preiswert oder aber er hat andere Gründe. Das muß man wirklich sagen.

J: Was für andere Gründe denn?

C: Andere Gründe könnten sein, das wir halt ebend hier so Support leisten, halt ebend auch für Linux und halt eben für nicht-MS-DOS das ist ebend so ein Punkt, daß es vielleicht doch eben d ein anderer Flair ist so eine E-mail-Adresse zu haben, als eine von T-Online und auch die Möglichkeit sich einzubringen, also das ist durchaus n Argument, also man kann hier irgendwie eine tolle Idee haben, ein schönes Projekt und man kann hierher kommen und sagen, findet ihr das auch gut, und wir finden es dann fast immer gut, und man kann das mit uns zusammen machen, also das bringt auch Leute her.

N: Und wer entscheidet dann, ob das Projekt durchgezogen wird oder nicht also geht das dann in den Vorstand?

C: Also das geht über den Vorstand aber das ist halt eigentlich machen wir so ziemlich alles wir haben da keine Scheuklappen, also was halt nicht geht ist wenn irgendwie jemand herkommt mit ganz klaren finanziellen Interessen und sagt, ihr seid ja billiger als mein Provider (lacht) kann ich meine Firma bei euch anschließen, also machen wir nicht, wollen wir nicht machen, dürfen wir also auch nicht machen, was also unsere Verträge mit dem DFN betrifft. Aber wenn jemand irgendwie einen netten Computerclub oder sonstwie was hat, dann kann er schon, also da sind einige, verschiedene bei uns.

B: Also alles was legal ist, das geht dann auch.

N: Wer ist denn so von den Gründungsmitglieder noch so dabei, also wieviele?

B: Vereinsgründungsmitglieder/

N: Oder die von den mailinglisten?

B: Ganz viele eigentlich noch.

C: Ganz viele eigentlich noch.

B: Wieviele? Sind wenige abgesprungen noch, also das war ja auch so, daß es ähm erst mal IN-Berlin so gab ohne als Verein zu existieren und der Verein kam dann einfach n paar Jahre später und die Leute, die da den Elan aufgebracht haben, diesen Verein zu gründen, also Gründungsmitglieder wirklich sind, die waren sowieso schon engagiert und fanden das ganz toll und haben das dann weiter gemacht einfach. Von daher solche Leute gehen auch einfach nicht so schnell, außer sie gehen aus beruflichen Gründen aus Berlin weg oder oder oder.- Wollt ihr was trinken?

J: Was denn?

B. Also Bier gibt es auf alle Fälle! Selter auch?

C: Selter haben wir auch, Saft haben wir auch und?

A: Selter, wo ist denn Selter?

B. Vorn in der Kiste, wa?

J: Oder sonst Saft, also ich am liebsten Selter, sonst Saft, sonst Bier.

B. MHM so in der Reihenfolge ja?!

I: Bei mir ist die Reihenfolge anders rum!

B: Das macht es einfacher.

N. Habt ihr also habt ihr irgendwie so eine Vorstellung davon, wie euer typischer Teilnehmer also sind dann eher aus studentischen Kreisen, habt ihr ja schon gesagt, jünger älter?

C: Also eher jünger, eher Student aber halt ebend jetzt in den letzten Jahren zunehmend gemischt, also das ist einfach durch diese diese Breite Werbung die halt jedem, Telekom, pi pa po. Erreicht das einfach auch viele Leute, daß da natürlich auch Nichtstudenten auch irgendwie ein Interesse haben.

J: Also wenn man jetzt irgendwie sagen wollte, das ist der typische User , das wäre schon ein Mann, ein Student, suggeriere ich jetzt wie wäre das ? Wenn ihr euch entscheiden müßtet wie der aussieht.?

C: Ja das ist zwei drittel Mann, ein Drittel Frau /

Allgemeines Gelächter

C: Hat einen Bart und lange Haare, weiß ich nicht

J: Was hat der angezogen?

C: Und ist vermutlich irgendwie denk ich mal 25,5 Jahre alt oder so.

J: Und was hört der für Musik?

A: Techno eher.

B: Mhm, na alles was gerade im Internet so rumfleucht. (lacht), Ringe unter den Augen, Raucher (B und C lachen).

J: Wovon ernährt der sich?

C: Coca-Cola und Schokolade.

B. Ja alle Vorurteile, die da greifen könnten, sind natürlich bei uns vertreten, klar.

J: Als Vorurteile oder gibt es die auch so?

B: (lacht) Wahrscheinlich gibt es auch solche Typen! Ja ich glaub da gibt es auch so lustige, seltsame, die hier so auftauchen.

N: Und gibt es denn auch bei euch bei IN-Berlin, also nicht der bundesweite, gibt es denn irgendwie so festgelegte Ämter oder Bereiche irgendwie so, zum Beispiel du kümmerst dich um das, du kümmerst dich um die Finanzen, du kümmerst dich um die Anträge oder ist das irgendwie so aufgeteilt oder?

C: Jain, also gibt natürlich diesen Vorstand, der hat natürlich bestimmte Aufgaben, das ist klar, wir haben einen Kassenwart, der hat natürlich auch eine bestimmte Aufgabe, wir haben eine kleine Gruppe von Leuten, die sich um die Technik kümmern, da lassen wir also auch nicht jeden ran, so zumindest nicht an die wichtigen Server, ähm/

J: Wieviele sind das in dieser kleinen Gruppe für Technik?

C: Fünf würde ich mal sagen.

J: Fünf Männer?

C: In der Tat!

B: (sagt irgendwas und lacht)

C: Also in sofern gibt es schon die Leute, die sich sagen wir mal um den Support kümmern, das heißt also wenn User anrufen, ihnen eine Email schreiben, das und das funktioniert nicht, das, die sind nicht fest eingeteilt dafür, aber sind eigentlich doch letztlich immer wieder die gleichen, die dann auch wirklich die Mühe aufbringen, da drauf zu antworten und sich damit auseinanderzusetzen.

N: Ich habe mal noch eine Frage zu den Zielen, weil du meintest ja irgendwie wir wollen Privatpersonen vernetzen/

B. Wir dürfen auch nur!

N: Ja versprecht ihr euch irgendwas davon, wenn jetzt alle Welt vernetzt ist oder also habt ihr da irgendwie so/

B: Grenzenlose Kommunikation. ( lacht)

N: Ja und was also was kommt dann dabei raus? Mehr Toleranz oder irgendwie habt ihr da /

C: Na Information macht schlau und Information macht auch tolerant, würde ich schon sagen, ja, und Information sollte kein Privileg sein für diejenigen, die es sich leisten können. Also das ist schon so, immer schon so ein Ziel von IN-Berlin auch gewesen, daß also allen so zur Verfügung zu stellen. Also das jetzt das mittlerweile andere das auch preiswert anbieten, daß ist halt eine ganz andere Schiene, die ist halt einfach so mittlerweile passiert, die verfolgen damit aber auch bestimmte Ziele, also wenn du heut ebend schaust mit wie heißen die kostenlos irgendwas Deutschland , wie heißen die noch mal? Ja jedenfalls die blenden dann Werbeseiten ein und dies und jenes/

B: germany net heißen die/

C: Germany net ja genau so heißen die, da muß man sich dann halt Werbung angucken, ne, das ist ja auch nicht jedermanns Sache oder halt so gezielte Informationen sag ich mal, das kriegt man da auch nicht so gut oder es soll wohl auch Provider geben, die Adressen irgendwie, die weiterverkaufen, oder dergleichen, ich weiß nicht ob das in Deutschland auch der Fall ist, aber zumindest soll es so was geben, und das machen wir auch nicht , also bei uns ist das einigermaßen sicher

B: (lacht)

I: also wird bei euch, gibt es auf den Seiten überhaupt keine Banner? Also zum Beispiel/

C: Ganz alte (?)

I: Ne aber könnte ja sein, daß ihr irgendwie ne Netzkampagne so mal unterstützt, irgendwie?

N: Ihr habt ja auch links zur EFF, ob ihr dann auch irgendwie so eine Nähe zu denen habt, was die propagieren oder was die erreichen wollen oder unterstützen?

B: Also das sind bei uns immer einzelne, die sich natürlich für bestimmte Themen so interessieren. Also wie ich schon sagte so PGP Verschlüsselung und so da haben wir auch irgendwie Spezis die das machen, also da hat so seine eigenen Bereiche!

C: Und ich weiß jetzt nicht ob es da so ein Banner gibt, aber das könnte es schon auch geben oder so , also das wäre also nicht ausgeschlossen, ein Banner an sich ist ja nicht schlechtes?

J: Wie entscheidet ihr so was? Also da kommt einer an und sagt, hier ich interessiere mich für PGP und hier gibt es so einen Kryptographiebanner und den will ich jetzt draufsetzen?

C: Dann würden wir uns ansehen, wo das hinzeigt und dann das auf so eine Seite zeigt wo da drin steht oder so bei mir kannst du PGP kaufen, für viel Geld. Dann würden wir sagen: mhm das gibt es doch noch woanders kostenlos und würden den Link dann machen.

D: Wobei bei euch muß man noch unterscheiden von euren Seiten von IN-Berlin selbst und zu den Seiten von den usern von IN-Berlin von den Teilnehmern, was die Teilnehmer machen ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Weil da kann man dann natürlich denk ich mal auch von Seiten des Providers her nicht so einen Einfluß drauf nehmen. Natürlich wenn du auf was krasses aufstößt oder so was wirklich illegal ist oder so denk ich mal wird man sich bei denen auch natürlich einschalten aber vom Prinzip her, wie willst du von den 700 Leuten jedesmal was weiß ich am Tag einmal die Homepage abgrasen, ob da nun ein Banner drauf ist der dir nicht gefällt, das kannst du eh nicht machen.

N: Und was haltet ihr davon, daß jetzt Provider für den Inhalt verantwortlich gemacht werden. Also ich glaub da gab es doch mal dieses Urteil in München?

C: Also ich halte davon natürlich nichts (lacht). Vollkommen klar also die Provider sind nicht für den Inhalt äh verantwortlich den die user per e-mail beispielsweise ins Netz schicken, ja also wie halt was weiß ich, wenn ich jetzt hier eine Pistole verschicke mit der Post, dann braucht der Briefträger auch keinen Waffenschein, also ich mein der wird sicherlich auch nicht verhaftet weil er so ein Päckchen transportiert hat (lacht) und ich wüßte nicht, warum das mit uns anders sein sollte. (unverst.) nennt sich das glaub ich, es gibt aber wohl gewisse Kräfte, die so was versuchen zu machen, ja, das ist richtig.

J: Und seid ihr nicht teilweise so verpflichtet, so zum Beispiel Geheimdiensten den Zugriff zu erlauben auf eure, auf die user /

B: Na soweit sind wir noch nicht, das sind sie jetzt gerade so am machen, dieses Gesetz dazu und was mal raus komm, also da gab es mal einen Entwurf und da gab es auch heftigen Widerstand/

C: Sind wir schon, also es ist nicht der Fall, daß es so ist, wie sie es gerne hätten im Augenblick jedenfalls noch nicht, daß sie halt permanent eine Leitung zu uns haben und permanent ohne unser Wissen mit protokollieren können/

B: und wir müssen das zahlen/

C: Ja, allerdings also wenn die jetzt auf uns zukommen und sagen der und der hat diesen und jenen Unsinn gemacht, können wir da mal nachsehen? Dann /

J: Dann müßt ihr es denen erlauben?

C: Dann würden wir kooperieren wollen unter Umständen sogar oder wir müssen das auch ja.

J: Unterhaltet ihr euch jetzt schon über so was?

C: Ja.

J: Wo zum Beispiel also in welchem setting also bei euren Treffen oder?

C: Sowohl also bei den Vorstandstreffen als auch auf den Treffen der bestimmten Benutzergruppen, also das interessiert ja nicht nur IN-Berlin ,sondern das interessiert ja auch die BeLUG oder andere Gruppen, CCC beispielsweise mit denen wir ja auch Kontakt haben, und das wird auch bundesweit diskutiert also wir haben da glaub ich das ein oder andere ähm den ein oder anderen Auftrag schon vergeben, daß irgendwelche Anwälte sich da /

J: Hier in Berlin habt ihr also?

C: Ne das IN selber/

B: ...? Gutachten auch mal erstellen/

C: Gutachten erstellen. Das wir so ein bißchen wissen, auf was wir da achten müssen, was auf gar keinen Fall geht und so.

B: Also es ist auch wirklich schwierig es gibt halt so und soviel: Mediendienstgesetz und es gibt ein Teledienstgesetz und es gibt dies und das und jenes das ist eigentlich nicht so ganz klar wo so Internetprovider reinfallen in welches, also der eine Richter liest es halt so und der andere lies es wieder ganz anders und wenn wir das so lesen, daß es uns gut geht dann lesen wir das so wir sind für den Inhalt von www.in-berlin verantwortlich, das was wir gemacht haben und jeder user ist für seine eigene Seite verantwortlich, wenn die Bösen das lesen, dann sind wir auch für die user-seiten verantwortlich für den Inhalt und auch für alles so was die da so verbrechen und ich denk mal das kann es nicht sein, also wie du schon sagst, wir haben also, wenn wir da 700 user haben....

D: user praktisch bei euch finden, wo also egal wo also bei euch in dem Fall und ich kann davon ausgehen, daß halt meine e-mails mit protokolliert werden und auch durchsucht werden nach irgendwelchen, was weiß ich nach irgendwelchen Schlüsselwörtern oder sogar persönlich kommt jemand angeguckt werden, also dann würde ich schon mal von vornherein mir irgendein PGP installieren um dann die Sachen zu verschlüsseln , weil ich meine was interessieren meine privaten mails irgendwelche Leute, also da muß ich sagen, da bin ich auch ganz klar dagegen, weil ich meine nicht jeder jeder der irgendwie e-mail verschickt ist gleich ein Spitzbube, daß jetzt irgendwie gleich sämtliche Wörter analysiert werden müssen das ist insofern absoluter Schwachsinn und insofern ist das schon eine gewisse Eigenverantwortlichkeit von den usern und ich denk mal solche Gesetze wo die Provider alles überprüfen müssen ist denk ic! h mal auch komplett daneben.

B: Und das geht dann auch weiter also es geht ja nicht nur darum, daß wir dann webseiten kontrollieren müßten der e-mails wir sind für den Inhalt, für die Daten verantwortlich die auf unseren Festplatten liegen das können die e-mails der user sein, das können die webseiten der user sein, das kann aber auch sein, daß die Leute den Proxy benutzen, was sie eigentlich tun sollten, proxyserver, der hier bei uns läuft, und sie haben sich irgendwelche was weiß ich rechtsradikalen irgendwie Kinderporno oder was weiß ich seiten angeguckt über unseren Proxy und diese Seiten liegen dann auch auf unserer Festplatte, vielleicht auch eine stunde oder zwei oder vielleicht auch zwei Tage später, dann sind das unsere Daten, einfach. Und der nächste user der kommt, und über einen Proxy zugreift, der holt die Daten von unserer Festplatte, damit sind wir dafür verantwortlich. Als so kann man das auch definier! en, das ist also wir haben eigentlich gar nicht dafür gesorgt, daß die Daten da hinkommen, sondern wir haben nur den Service zur Verfügung gestellt, daß die Leute eigentlich schneller surfen können (Erregung in der Stimme?) und irgendein anderer user hat sich das jetzt geholt und der zweite holt sich das auch noch mal von da und schon sind wir schuld. Ganz schwierige Sache also /

D: Die logische Konsequenz wäre ja nur die Proxyserver abzustellen....

B: Ja, müßten wir machen. Also so gesehen, wenn man das dann so sehen will, aber da würde ich mich erst mal gegen wehren, das seh ich jetzt erst mal anders.

I: Gibt es bei euch Ausschlußkriterien? Irgendwie also keine Ahnung, also daß es da jetzt ein falsches Benutzen oder Verhalten innerhalb ....

B: Falsches Benutzen – also wenn jemand den Proxy nicht benutzt ist es kein falsches Benutzen. Aber wenn jemand eine Webseite haben würde mit irgendwelchen illegalen Inhalten , könnte das ein Ausschlußkriterium sein.

I: Also das ist bei euch dann echt so am Gesetz lang definiert?

J: Oder kommt das auch auf die (?) an?

C: Nö nö das ist schon am Gesetz lang definiert, das geht auch gar nicht anders. Und was halt auch noch was spezielles ist, wir machen halt nur so diesen Privatkram und keine kommerziellen Sachen, das heißt wir hatten auch mal user die hatten dann ihre E-mail-Adresse in den Gelben Seiten stehen unter ihrer Firma, das ist dann auch ein Grund mal drüber zu reden.

I: Fliegen die dann raus oder wird mit denen auch erst mal geredet?

C: Mit denen wird erst mal geredet aber wenn sie dann das im wiederholten Falle machen/

B: Also wir haben einen , den haben wir auch heute noch, ne, der hat, den haben wir irgendwann mal durchgeguckt, machen wir so im regelmäßigen Abständen mal die webseiten, und der ist halt Schriftsteller und hat da irgendwie dies und das Buch und blablabla und den haben wir dann auch erst mal angerufen und haben ihn eingeladen und haben gesagt hier du kannst da jetzt nicht irgendwie deine Bücher verkaufen so ungefähr aber das hat sich aber als völlig harmlos herausgestellt, das ist auch heute noch da. Der hat halt mehr vor, so ein Dokumentationsprojekt mit Texten zu machen vielleicht mit vielleicht auch noch einem Anhang dazu oder so was in die Richtung. Also das ist auch so ein Beispiel wo wir halt mal sagen, das ist so ein bißchen an der Grenze, laß uns erst mal mit dem reden, was der da vorhat einfach.

C: Und hätte sich rausgestellt, das ist jetzt ein Verlag, der vertreibt Bücher, dann wär es nicht gegangen, aber wenn er über sein Buch, was er mal geschrieben hat, berichtet, naja bitte, das soll er tun.

I: Ja ihr habt vorher über die Zusammenarbeit bzw. also ja diese Arbeit mit der IN-Zentrale geredet, gibt es denn darüber hinaus Zusammenarbeit bzw. Vernetzung mit anderen Organisationen also die jetzt nicht DFN sind oder was weiß ich für eine Organisation ist oder der kleine Computerclub jetzt, was du vorhin meintest, dem ihr evtl. webspace zur Verfügung stellt?

B: Vernetzung oder jetzt webspace zur Verfügung stellen, also das sind ja zwei paar Schuhe, also das eine/

I: Sowohl als auch , oder auch thematische Zusammenarbeit zum Beispiel?

B: Ja thematische Zusammenarbeit gibt es mit der BeLUG halt ganz klar, die interessiert Linux, wir haben Linux auf unseren Servern laufen, die haben von uns webspace, das kommt dazu, die haben hier einen Rechner stehen, das heißt, der hängt an unserer Leitung, wir haben aber auch Leitungen zu anderen so Gruppen, mit denen wir dann so Daten austauschen, bzw. das ist jetzt gerade am machen mit dem berlin-net, ich weiß nicht ob das bekannt ist, die kriegen dann von uns auch so einen news-Austausch, die kriegen zu uns eine Leitung, also das ist halt auch so ein kleiner, sind die auch Provider eigentlich, ja oder große Mailbox, kleiner Provider, ne und die haben auch dann in irgendeine andere Richtung noch irgendeine Verbindung.

J: Wie seid ihr denn auf die gekommen, berlin-net?

B: Die sind auf uns gekommen, äh die waren auch mal bei IN-Berlin drin. Die waren vor Jahren schon mal bei uns und sind jetzt eigentlich wiedergekommen.

C: Also das ist schon, also uns gibt es halt schon sehr lange und Leute die jetzt hier in Berlin schon lange so was wie Mailboxen machen oder halt user anschließen in irgendeiner Form die kennen uns eigentlich auch. Also das ist nicht so daß man da, die sieht man auch immer mal wieder, bei irgendwelchen Kongressen, man spricht miteinander und man hilft sich auch gegenseitig, klar.

J: Und zum Beispiel Stichwort Chaos Computer Club?

C: Zu denen gibt es sogar relativ enge Beziehungen.

J: Wie kommen die zustande, in welcher Form /

C: Das liegt einfach daran, daß die Benutzergruppen sich überschneiden, also viele von denen haben bei uns einen Account, viele von denen die bei uns user sind, gehen auf deren Treffen und das ist ja nicht so /

J: Von euch noch jemand?

C: Das ist ja nicht so wie bei Fußballclubs, ja auch, daß man da nur einen haben darf, man kann da durchaus mehrere...

B: CCC ist auch eine IN-Domain, ich glaub die sind in Hamburg (?).

J: Ach so!

B: Das ist auch eine IN-Domain, die sind zwar hier in Berlin mit ihrem, da sind sie jetzt bei einem anderen Provider, haben aber auch bei uns hier einen Server stehen. Also die haben praktisch auch so ein zwei Paar...

J: Habt ihr den jetzt hier stehen?

B. Hier, da hinter der nächsten Tür ja. (lacht)

J: Einen von mehreren, die haben selber irgendwo einen?

B: Die haben auch selber noch irgendwo bei einem anderen Provider da. Den Namen darf ich nicht sagen, das kostet 5 Mark.

J: Ja okay. (B lacht) Und in Hamburg ist also der ccc die Regional(?) von IN, hab ich das richtig verstanden?

B: Ne, in Hamburg haben wir im Moment keine, also die sind ursprünglich aus Hamburg, und haben sich zu der Zeit wohl auch an den IN angeschlossen, aber der ccc hat seinen Sitz jetzt auch in Berlin verlegt, ne. Oder sind gerade dabei/

C: Sind gerade dabei. Die haben zumindest irgendwie connectivity bei uns gehabt und zahlen bei uns auch Mitgliedsbeiträge noch oder sollten sie zumindest.

B: Doch machen sie!

C. Klappt auch ja?

B: Ja, also irgendwie halt, die haben nicht so user oder so, ne, das wird immer pro site, also pro user praktisch bezahlt beim IN, und die zahlen weiß ich nicht einen Minimalbeitrag oder so. Aber sind auch irgendwie im IN mit drin.

C: Also ein wichtiges Stichwort, das fällt mir jetzt gerade ein, wo wir jetzt da beim ccc sind, der also quasi keine user hat, das IN versteht sich als Solidargemeinschaft. Das heißt also irgendwie große Domains, die jetzt hier in Berlin vielleicht mehr user haben, oder in München unterstützen quasi durch ihre Beiträge kleinere Domains, die jetzt nicht erst Kunden oder halt eben einfach nicht so leicht ein Bein auf den Boden bekommen. Das ist vielleicht auch noch ein ganz wichtiger Aspekt.

J: Wie groß sind denn Berliner und Münchner im Vergleich mit den 48 anderen ? Hab ich das richtig verstanden, daß da eigentlich 50 Regional/?

C: IN-Berlin ist eine der größten, ich glaub/

B: Zweit- oder drittgrößte/

C: Unter den ersten fünf auf jeden Fall/

J: Und wenn ihr die ersten fünf zusammennehmt, dann sind die so groß wie die 45 anderen oder?

C: Unter Umständen/

B: Könnte hinkommen, ja. Also Ruhrgebiet, die haben die über 1000/

J: Ah ja, das ist vielleicht der größte/

B: das ist der größte ja. Und dann gibt es auch viele, die haben vielleicht 20, 30, 50.

I: Und da gibt es einen Solidaritätsabschlag, der abgeführt wird?

B: Mhm, also das ist halt wenn so eine Domain 20 Teilnehmer hat, dann müssen sie sich irgendwo halt einen Zugang an eine Uni oder was weiß ich schaffen, oder eine Leitung kaufen irgendwo, das kostet ein paar hundert Mark, das kriegen sie halt mit ihren paar Leuten nicht zusammen, und deshalb wie gesagt ein bißchen Geld dann von den großen Domains.

I: Und das koordiniert dann aber der Bundes-IN?

B: Das ist vom IN.

J: Das ist aber auch eigentlich freiwillig, bei IN-Berlin könnt ihr sagen, ach wir haben aber keine Lust, Entwicklungshelfer zu spielen und /

B: So was gibt es. Also so was gab es auch schon, daß Domains halt gesagt haben/

C: hmh, ja, ne eigentlich nicht.

B: mhmmhm (C lacht)

C: Es gibt zwar, also es gibt schon ab und zu Diskussionen darüber, das ist richtig, allerdings die Seit/ Beiträge sind schon für alle gleich und eher so daß also so Domains, die so besonders teuer angeschlossen sind eher freiwillige Mehrbeiträge zahlen und daß man aber nicht sagen kann, wir sind eine große Domain und wir zahlen jetzt einfach weniger, also das funktioniert nicht.

B: naja (langgezogen), aber wir können schon sagen, also wir hören jetzt beim IN auf und suchen uns einen anderen Provider/

C: Man kann aussteigen/

B: Weil wir haben jetzt gar keine Lust mehr für die anderen noch was mit zubezahlen.

C: Also man kann aussteigen, das stimmt natürlich.

J: Also das hab ich vorhin auch gedacht, ne, also ob das für euch vielleicht auch eine Alternative ist, für 29 Mark billiger zu werden, weil die anderen billiger sind. Dann könntet ihr halt zum Beispiel nicht mehr Entwicklungshilfe leisten. Also das nenn ich jetzt so.

B: ja klar. Das ist legitim.

C: Das sind aber keine konkreten Gedanken, die wir haben.

B: Nö, würde auch niemand mitmachen, glaub ich.

J: Klappt das immer in real life oder geht so was über mailing oder über weiß nicht?

C: Es wird vieles per mail diskutiert.

J: Also dieser Konflikt den du angesprochen hast, das eine Regionalgruppe da mal Schwierigkeiten mit hatte, das lief, daß zum Beispiel auch über Mailingliste?

C: ph, äh jetzt ein konkreter Fall kann ich mich jetzt nicht entsinnen, aber ja also die also wenn Domains aufhören wollen, oder halt eben austreten oder so also das geht schon über die Listen, ja. Und da gibt es auch verschiedene Listen, also vorstandsinterne Listen, es gibt eine Präsidiumsliste, und es gibt Beirat dann glaub ich noch mal, ein bißchen größer noch, die Geschäftsstelle hat eine eigene Mailingliste, also das ist so schon ein bißchen, also Kommunikation findet sehr viel über e-mail statt.

B: Das ist auch einfacher, das ist halt über Deutschland verteilt, und normal, du kannst dich nicht mit den Leuten alle zwei Wochen mal treffen oder auch nur alle zwei Monate, das geht einfach nicht.

J: Und da werden dann auch Entscheidungen getroffen, auf den mailinglisten, oder passiert das dann auf den Jahrestreffen?

B: Eigentlich passiert das auf den Jahrestreffen, also so richtig größere Sachen werden halt da entschieden.

C: Ja wobei /

B: Für die restlichen Sachen hat einfach der Vorstand auch die nötige Befugnis es zu tun. Wenn es halt darum geht einen neuen Vertrag mit irgendeinem Provider zu machen, dann erfahren auch die anderen größtenteils nichts davon, also der Vorstand hat da schon soviel Kompetenz, das er im Zweifel machen kann, da kommt eine Domain und sagt, wir haben einen Vertrag mit XY oder der ist halt zum unterschreiben bereit und so, hier ist der, dann schickt er den einfach an den Vorstand und fertig und die besprechen das dann auch halt per mail. Der eine in Kiel oder irgendwo im Süden da und jemand aus Berlin, das geht halt auch nicht, daß die sich treffen. Die treffen sich mit ihrem Beirat, das sind glaub ich so 5-6-7 Leute, die treffen sich schon ein bißchen häufiger, also so viermal im Jahr vielleicht, 3-4mal .

C: Gut also das ist halt eben halt beides gleichzeitig, das ist halt so, daß wir uns einmal im Jahr treffen, den Vorstand da bestätigen, entlasten, neu wählen, irgendwie dergleichen, dann auch wichtige Entscheidungen dann dort mit Finger heben dann abstimmen, ja, aber daß das dann halt eben nicht irgendwie innerhalb, das ist immer so ein Wochenende, innerhalb von ein paar Stunden diskutieren und dann irgendwie chaotisch entscheiden, sondern das wird halt über einen längeren Zeitraum per e-mail vorbereitet, und das ein oder andere abgesprochen und danach dann irgendwann ja gibt es dann halt so eine Entscheidung, aber der eigentliche Meinungsbildungsprozeß oder so findet dann eigentlich nicht irgendwie innerhalb von den letzten zwei Tage statt, sondern der ist dann eigentlich über einen längeren Zeitraum und dann über e-mail, mehr oder weniger.

B: Also es gab vor zwei Jahren mal eine längere Diskussion, da hatte jemand eine eigentlich relativ gute Idee, die war einfach ein bißchen früh zu diesem Zeitpunkt, daß er gesagt hat, ja wir zahlen jetzt monatlich pro Zeit irgendwas an den IN und dafür tragen aber die Domains ihre Leitungskosten selber, das könnte man auch anders machen, ihr zahlt im Monat einfach mehr an den IN und dafür zahlt der IN eure Leitungen. Das war ein Riesenaufschrei, eine Riesendiskussion und es gab dann auf dem nächsten Treffen auch irgendwie noch riesige Diskussionen, das ist einfach, hatte nicht so die Mehrheit für diese Idee, aber die ist im Grunde nicht schlecht, also gerade so aus heutiger Sicht, wo es halt auch neue Anbieter vielleicht gibt, kann man dann im größeren Stile gleich viel besser einkaufen, das man sagt, Mensch wir nehmen nicht eine Leitung, wir nehmen gleich zehn, kriegst du einen viel besseren Preis. Im Moment ist es ! auch egal, ob du die alle in Berlin kaufst oder du kannst gleich hier eine legen und da eine und da eine, da zählt trotzdem, das geht inzwischen, da war der glaub ich einfach zu früh mit dran. Und da gab es halt auch schon im Vorfeld eine Riesendiskussion auf der Mailingliste und dann auf dem Treffen hat man das dann irgendwie, nicht abgebügelt, aber wie gesagt, die Idee war halt einfach zu früh. Also es ist schon beides wichtig, also so Internet als Kommunikationsmedium oder gerade e-mails, sind super wichtig für uns, das würde sonst einfach nicht gehen.

J: Gibt es was außerhalb e-mail zum Kommunizieren?

B: Telefon gibt es immer noch, klar.

J: Und jetzt internetmäßig? (?) Newsgroup oder so was habt ihr nicht?

B: Jaa.

C: Doch haben wir eigentlich auch /

B: Das gibt es auch, ja

C: Vielleicht nicht mehr so attraktiv im Augenblick, also Webseiten gibt es halt inzwischen, also jetzt nicht für Diskussionen, aber halt eben für Information, das man sagt, das und das findet dann und dann dort statt oder so und dann schreibt man das nicht hinter jede e-mail noch mal dahinter, sondern sagt, hier ist die webseite, da könnt ihr selber nachgucken, also so was gibt es natürlich schon auch.

B: Also news ist irgendwie ein relativ, finde ich, so unsicheres Medium, da geht halt oft was verloren, Server geht nicht oder so, das kriegt dann nicht jeder die Information, das ist dann halt schwierig, andere Möglichkeit wäre so IRC zu benutzen oder so was, das scheitert aber einfach daran, daß alle Leute zur gleichen Zeit da sein müssen und sind dann verabredet auf heut abend um 8 und dann sind sie alle da oder auch nicht.

J: Habt ihr das schon mal versucht? Macht ihr das öfter

B: Von daher, (?) ach naja, also gerade hier so in Berlin, machen wir das oft.

J: Dann sitzen alle Zuhause und quatschen miteinander?

B: mhm.

I: Ist es dann quatschen oder ist es dann thematisches Diskutieren?

B: Nö nö, da geht es auch um thematische Sachen teilweise, da bilden sich dann auch wieder einzelne Grüppchen, die untereinander diskutieren, was weiß ich, aber da ist halt das Problem, daß alle dasein müssen, von daher ist eigentlich e-mail das Medium der Wahl, völlig unabhängig von der Zeit, kommste halt irgendwann nach Hause, guckst so rein, hast eine neue Mail und kannst was dazu schreiben und gehst dann wieder /

J: Sie haben hundert mails/

C: Echt nur hundert (Lachen), du meintest jetzt in einer Stunde!

J: okay in einer Stunde, dann weiß man ja was ihr tut den ganzen Tag.

B: Ja , ja es ist wirklich das Medium überhaupt.

N: Und weil du gesagt hast ihr habt irgendwie so interne mailinglisten – Vorstand, Beirat usw.- wer entscheidet denn das was in welchen, welche Themen in welche Mailingliste oder so.

B: mhm, du hast dann halt verschiedene Gruppen auch einfach, die man damit erreicht, also wenn man an den Vorstand schreibt, erreicht man fünf Leute, und Beirat sind zwanzig.

N: Wie kommt das zustande?

B: Ja man muß einfach ein Thema hinschreiben, daß man einfach sagt, ja das ist jetzt für einen ganz kleinen Kreis wichtig, das muß nur der Vorstand wissen, ich habe einen neuen Vertrag mit einem Provider, oder so, oder ein bißchen größer, daß ich sage, hier Mensch ich habe eine Idee, wir könnten uns zusammen Leitungen einkaufen, das könnte halt mehr Leute interessieren. Das muß jeder für sich dann entscheiden, wo er das hinschickt. Also da gibt es nicht noch eine Mailingliste, wo entschieden wird, was jetzt wohin geschickt wird. (Lachen) Da entscheidet gesunder Menschenverstand. (lacht wieder).

N: Wird denn der Beirat eigentlich gewählt, oder was hat der für Kompetenzen?

B: Der Beirat soll einfach den Vorstand bei seiner Arbeit ein bißchen unterstützen. Und wird dann auch, einmal im Jahr wird dann entschieden, wer da drin ist.

C: Also beim IN ist das so, IN-Berlin hat auf Beirat ganz verzichtet, wir haben nur lauter Vorstände, die haben auch alle Stimmen, und deswegen haben wir auch immer Spaß (Ironie).

I: Du hast gerade websites als Informationsquelle oder Medium angesprochen, wie kommt, also ich mein, ihr habt da ja auch links aller möglicher Couleur, wer wählt die aus oder wie kommen die zustande, also die sind ja durchaus auch unterschiedlich, also hier habt ja da von Zeitungen, also zitty, bis zu taz und /

C: Also das ist jetzt unsere IN-Berlin-Homepage, das/

B: Das hat so funktioniert wie die anderen Sachen auch, also es finden sich Leute die das machen wollen und die stellen das dann einfach/

I: Die denken dann /

B: Die stellen das dann irgendwann mal vor und wir gucken da so rein, da da nichts verwerfliches war, hatten wir auch nicht so viel dran zu meckern gehabt, das waren auch Leute aus dem Vorstand, einfach Teammitglieder mitgearbeitet haben in der Zeit von der/

I: Also da gab es dann so eine Arbeitsgruppe Homepage und ?

J: Und gibt es eine ständige Arbeitsgruppe, die dann die Homepage machen sollte oder ist das ?

B: Na das ist immer noch so, daß das gleiche Team jetzt dabei ist, also wenn da Änderungen zu machen sind, Termine einzupflegen, dann ist das eine kleine Handvoll Leute, wir haben einen der macht das , der hat auch schon die alten Seiten gepflegt, der Hendrik, macht das auch immer noch, und wenn da halt so aktuelle Sachen zu machen sind, das ist dann relativ schnell drin. Aber er ist nicht der einzige, der das machen könnte, das ist genau wie beim Support, was wir vorhin schon hatten, das sind ein paar mehr, das sind einfach Leute, einige sind ein bißchen häufiger Zuhause und lesen mehr e-mail oder so, andere weniger/

J: Wer es zuerst macht/

B: Ja, wenn das erledigt ist, ist doch nur gut.

J: Und im Ernst ihr macht das alle ehrenamtlich?

B: Jaaa!

J: Das kann ich nicht glauben! (B lacht)

I: Ihr müßt doch auch irgendwelche persönlichen /

J: Aber das Bier ist umsonst!

B+C: Nicht mal!

J: Was habt ihr für Vorteile davon, daß ihr das ehrenamtlich macht?

B: Wir werden zu Interviews eingeladen von irgendwelchen (die Runde lacht)

J: Ist das ein Vorteil?

B: Ja das ist schon interessant, es gibt ja auch/

C: Es ist halt schlichtweg einfach Hobby und Begeisterung, also früher ging es sowieso gar nicht anders, als wir noch viel kleiner waren und auch jetzt denk ich mal , würde das, wenn wir anfangen würden, Leute zu bezahlen oder so, dann würde das sehr schnell unsere finanziellen Mitteln, irgendwie überschreiten. Das wäre eine ganz andere Sache.

J: Da fällt ja, wenn ich das richtig sehe schon eine Menge Arbeit an, ne, also so zweimal pro Woche sind Leute hier?

B: Ja aber das machen immer verschiedene Leute, das heißt ja nicht, daß Ceyhun und ich oder so immer da sein müssen, also es gibt mehrere Leute, die hier einen Schlüssel für den Laden haben und auch die Linux-user-group da vorn die haben einen Schlüssel, das heißt die können aber nicht kommen und gehen wann sie wollen. Diese ganz viele Arbeit, die verteilt sich auch, auf mehr oder wenig viele Leute.

J: Wieviel Stunden steckt ihr pro Woche da rein?

B: Auweia!

J: Viele?

B: Viele!

J: An wieviel Tagen arbeitet ihr/

B: Jeden Tag.

J: (zu c) du auch?

C: Ja!

B: Also es gibt wenige Tage, wo man sich mal irgendwie sagt, jetzt einen Tag Ferien, so nach Haus oder so, kommt schon mal vor. Ja, fährt man auch mal in Urlaub oder so, aber /

C: Nie (Lachen)

J: Kann man doch hier machen, einen schönen Urlaub, kann ich den ganzen Tag IN machen!

B: Ne ich weiß nicht, so richtig ohne Pause. Drei Stunden am Tag. (mit höher werdenden Stimme)

N: Und ihr arbeitet noch nebenher?

B: Mhm. Also das ist halt mal mehr so, man kann da auch den ganzen Sonntag sitzen und irgendwas machen und dann sind das halt zehn Stunden, dafür sind das an einem anderen Tag nur eine halbe Stunde, oder so. Aber was würdest du sagen ?

C: Eher mehr. Wobei das ist auch so ein bißchen vermischt mit der Geschäftsstelle und ja.

B: Und es kommt auch darauf an, was gerade anfällt. Das gibt halt total katastrophale Wochen, wo du irgendwie (lacht ) und dann ist auch mal wieder ruhiger. Also im Moment geht es gerade so ein bißchen so, deshalb können wir uns so einen Luxus mal leisten. (lacht)

C: So nach der Arbeit noch ein bißchen plauschen.

B: Ist schon relativ viel, doch.

I: Aber ihr seid dann auch hier in den Geschäftsräumen? Also es wäre ja theoretisch möglich, daß ihr auch Sachen /

B: Ne wir machen auch viel von Zuhause .

I: Ach so, ihr nutzt also quasi auch die technischen Möglichkeiten?

B: Ja und auch tagsüber kann ich mal e-mail lesen oder so, während meinem eigentlichen Job so und das sind auch mal zehn Minuten drin. Naja kommt auch darauf an, was da zu tun ist, also da gibt es auch Tage, da geht das einfach nicht.

I: Was machst du denn beruflich?

B: Auch so was eigentlich.

J: Wo wissen wir ja schon, das stand ja in deiner e-mail- adresse.

B: Ach so ja (lacht)

J: Eine große Firma, deren Namen wir nicht nennen wollen.

B: Ja auch so auf Rechner aufpassen, mal, ein bißchen Energiekostenabrechnungssachen, aber es ist kein Internetprovider.

I: Aber insofern hat dir deine Arbeit hier, also die du hier reingesteckt hast, auf eine Art hast du da schon gelernt, das dann beruflich auf eine Art, konntest du ja auch benutzen vielleicht, könnte man das so sagen?

B. Das hat bestimmt beides voneinander profitiert, ja. Was machst du beruflich? (Lachen)

C: Das ist jetzt ganz langweilig. (lachen von B & C) Ich mache das gleiche dann halt auch beruflich, das heißt also ich schließe kommerzielle Leute ans Netz.

J: Bei einem Provider?

C: Ich bin selber ein kleiner Provider – Providerlein.

J: Du bist die Konkurrenz, unterscheidest nicht mehr zwischen dir tagsüber und IN und dir?

B. Wir schließen ja keine kommerziellen an, von daher ist das keine Konkurrenz. Eigentlich kein Problem, ne. Wobei wir ab und zu schon Leute haben, die dann auch irgendwie abwandern. Also wir haben noch mehrere Leute, die natürlich irgendwie Provider sind so nebenher, neben ihrer Arbeit hier bei IN-Berlin, und es gibt da auch so Hin- und Herwanderungen, d.h. die Leute kommen irgendwie von einem anderen Provider hierher und bei Beginn von IN-Berlin irgendwo anders hin, ne.

A: Ganz viele wollen sich nicht anschließen, weil es hier keinen kommerziellen Zugang gibt, Freiberufler.

J: Ach so. Weil sie das nicht dafür nutzen können?

A: Genau.

B: Das ist, ja, das ist kein Problem, aber das ist natürlich eine Sache, die wir nicht machen würden, ne.

A: Ich finde das ist schon ein Problem.

B: Ja, du findest das ein Problem.

  1. Ja , weil alle in meiner Klasse meiner Meinung sind...

J: Alle in deiner Klasse?

A: Ja ich mache so eine Weiterbildung, und mache mein Praktikum hier.

J: Ach so, wie günstig. (B lacht) Und alle in deiner Klasse finden deshalb IN doof, oder?

A: Ja IN-Berlin auf jeden Fall, weil es gibt ja auch andere IN-Domains, die das auch geschäftlich machen können.

J: Ach so, dann sind die Verträge anders mit dem DFN, oder was?

C: Ne also der Vertrags, der Verein selber ist natürlich in dem was er tut frei, also er könnte theoretisch auch kommerzielle Leute anschließen, wir können es nicht machen über unsere connectivity über den DFN, das heißt wenn wir jetzt ein zweites Kabel irgendwo anders hinschmeißen, dann würde das schon gehen.

J: (lacht) Unsere Kommerzielle gehen alle durch dieses Kabel /

C: Richtig, genau.Das ist technisch machbar/

B: Ja ja, das kann man so machen.

J: Kann man so machen?

C: Ja, ja.

J: Ach so!

N. Und habt ihr da irgendwie explizite Gründe, warum ihr keine kommerziellen anschließt?

C: Das ist historisch gewachsen, würde ich sagen.

B: Ah es macht auch irgendwie viel mehr Arbeit, glaube ich, ne. Also ich meine, wenn du wirklich eine Firma anschließt, äh ph, was weiß ich/

A: Da brauchst du mindestens zwei Leute, die das ständig betreuen.

B: Ja, du brauchst halt ständig jemanden, der da ist, der dann noch irgendwie/

A: Support leisten kann/

B: Irgendwie das funktioniert nicht, was weiß ich, die rufen morgens um neun an, geht nicht, wir wollen ins Internet, funktioniert nicht oder so, dann muß halt jemand hin und das in Ordnung bringen. Weil sonst steht die Firma da.

J: Und da müßtet ihr spätestens Leute dafür bezahlen?

B: Genau, dann mußt du halt jemanden haben, der das auch macht. Und das ist im Moment nicht gegeben, also ich meine, wenn das mal jetzt nicht funktioniert, dann ist das vormittags erstens nicht schlimm, weil die Leute sowieso meistens abends rumsurfen, bei Firmen ist das ein bißchen anders und dann müssen die im schlimmsten Fall mal eine halbe Stunde warten, was auch nicht vorkommt, weil wir haben wirklich ganz gute Leute, die das administrieren, und die kommen dann zwischendurch auch einfach hier vorbeigeschossen, wenn was nicht tut, aber das ist einfach ein anderer Hintergrund, ja, der Druck ist da einfach ein bißchen größer. Also ich denke da müßten wir noch ein bißchen was machen, weil zumindest Leute einstellen, die dann auch da sind, da reicht dann wieder nicht einer, weil der auch mal krank ist, sondern mindestens zwei oder drei haben, und das kostet richtig Geld, ne.

B: Ja also ich würde mir auch richtig blöd vorkommen, wenn ich ehrenamtlich jetzt für Firmen arbeite, ja, also das wäre mir irgendwie bescheuert.

C: Ja für dich wäre das natürlich direkte Konkurrenz, ne?

B: Aber abgesehen davon, ich würde mir ganz einfach bescheuert vorkommen.

J. Weil das jetzt so ein bißchen oben liegt, hatten wir uns natürlich auch schon auch aufgeschrieben, daß wir über eure technische Ausrüstung und Benutzung und sowas fragen wollten. Also vielleicht daß ihr dazu mal erzählt, sozusagen, das wäre also quasi, wie sieht eure Ausstattung aus und was ihr für Programme benützt, also obwohl, das kam ja schon so ein bißchen vor. (B lacht) Das ihr zum Beispiel UNIX oder so

B: Ja, also alle Server, die wir haben, laufen unter Linux, außer einer, der läuft unter BSD, so auch so ein freies UNIX. Ansonsten ist das so Standard PC-Hardware, was es so im Laden zu kaufen gibt, nichts aufregendes.

J: Wie dick ist eure Leitung jetzt?

B: Das ist eine 2 MB-Leitung zur FU, wir haben dann dadurch daß wir schon gesagt haben, wir haben viele Kunden, auch von den Privatleuten, die so Standleitungen nach Hause haben, haben wir noch zwei ISDN-Standleitungen, eine zu Ceyhun, eine zu einer anderen Site, wo dann auch wieder analoge Standleitungen hinterhängen. Zweimal 128 kB.

C: Das hat aber auch historische Gründe, also das ist, IN-Berlin ist also schon älter als dieser Vereinsraum, und deswegen gibt es halt diese Standleitungen zu diesen anderen Verteilpunkten, halt eben auch schon länger und Standleitungen umzulegen bei der Telekom ist kostspielig, verändert auch einiges, das heißt die Entfernungen sind immer ganz wichtig, weil es eben halt dorthin weiter ist als dorthin, dann kostet es halt mehr, das ist halt schwierig, insofern haben wir diese alten Strukturen aufrechterhalten bis heute. Das ist so der Grund. Ähm als technische Besonderheit nicht oder so, aber was halt eben nicht normale PC-Hardware ist, sind halt die Einwahlpunkte, das sind sogenannte Primärmultiplexer (?), haben wir zwei Stück von, das sind Geräte, da hast du auf der einen Seite ein Internet-Kabel, das kennt ihr sicherlich womit man den Computer verbindet, und auf der anderen Seite einen Telekom-Anschluß und dieses Ger&a! uml;t dazwischen ist dann 30 ISDN-Kanäle, die man mit ISDN benutzen kann und je nach Ausstattung so und so viel Modems. Machen wir also nicht mehr so, daß wir dann ganz viele Modems nebeneinander stellen und ganz viele Lämpchen leuchten, also das ist dann auch nicht mehr, aber hat einfach was mit der Größe zu tun, ist telekomtechnisch einfach billiger und ist auch von der Zuverlässigkeit her natürlich deutlich besser.

J: Was wäre wenn ihr einen Monat keine Internet-Verbindung habt?

C: Das kann es nicht geben! (Lachen)

J: Ja das ist eben sozusagen/

B: Jetzt für uns privat oder für den Verein?

J: Was wäre für den Verein, also abgesehen davon, daß natürlich der Verein/

B: Also wenn ich eine Woche in Urlaub fahre und habe kein Internet, dann komme ich mit zitternden Händen wieder, Entzugserscheinungen nennt man das glaube ich (lacht), oder wenn der Verein das nicht hätte, dann würden wir zumachen.

C: Könnten wir jetzt nach hause gehen. (?) Anfangen zu zittern.

B: Das wäre es, also die Leute würden halt einfach woanders hingehen. So einfach ist das. Vor ein paar Jahren war das einfach anders, weil da gab es auch nicht so Alternativen, so/

J: Ja vielleicht muß ich die Frage auch umformulieren, im Sinne von, naja sozusagen alle user haben ihre Internetverbindung und jetzt kommt es mir darauf an, zu fragen, sozusagen, wenn der Verein mit seiner Struktur quasi einen Monat abgeschnitten wäre vom Internet. Also ihr hättet nur Telefon, Fax, Brief um euch zu koordinieren. Das heißt also auch ihr müßt immer hierherkommen, um alles zu machen, könnt nicht von zuhause aus machen, sozusagen, die frage soll bezwecken, quasi was wäre an der Organisationsstruktur von IN-Berlin /

B: Einen Monat würde das funktionieren, da mach ich mir keine Sorgen. Entweder würde halt die Aktivität ein bißchen runtergefahren werden, man müßte ein bißchen mehr telefonieren, aber vielleicht zweimal öfter in die U-Bahn steigen, aber das würde auch gehen, mal so vier Wochen ist okay, aber auf Dauer ist das einfach viel zu aufwendig, ich glaube die Leute wären nicht bereit, dann so viel auch von ihrer Zeit zu opfern. Das ist einfach viel aufwendiger dann hierher zu fahren.

A: Die sind ja schon nicht bereit, wenn es mal ein Wochenende nicht geht. Also jedenfalls mehr als ein Wochenende, wie vor einem Monat/

B: Ja er meint jetzt wenn irgendwie der Vorstand keine e-mails mehr schicken könnte/

A: Ja, ja ich meine auch von den usern jetzt gesehen.

C: Das war jetzt rein hypothetisch/

J. Von mir aus ist das irgendwie so die Vorstandsfrage von IN/

B: Also das technische, also funktioniert das gar nicht die Frage/

J: Kann nicht gehen, (B & C lachen) aber das war das wir uns ausgedacht haben, um rauszufinden, was eure Organisation da vom Internet hat.

C: Also wir würden sehr drunter leiden, unter so einem kurzen Zeitraum würde das sicherlich gehen, aber letztendlich wir sind darauf angewiesen, das ist völlig (?) auch für unsere interne Informationsstruktur.

J: Habt ihr überhaupt Portokosten, kauft ihr je Briefmarken.

B: Ja, um Mahnungen zu verschicken.

J: Um Mahnungen, die muß man mit der /

C: Einladungen für Vollversammlungen.

B: Einladungen für Vollversammlungen.

J: Das muß man auch vom Vereinsrecht her oder was? Das darf man nicht per e-mail schicken. Oder ist es weil ihr auf Nummer Sicher geht?

C: Steht zumindest in unserer Satzung so drin.

B: Ja schriftlich steht da drin. Das ist halt/

C: Also ok, ob e-mails schriftlich, das ist noch so ein bißchen Rechtsfrage.

B: Und wenn Leute halt so einen Teilnahmeantrag anfordern, schicken wir den auch per Post zu, so (?) nicht viel.

J: Und telefoniert ihr mit den Teilnehmern? Oder schickt ihr den nur e-mails?

B: Nö, wir telefonieren auch, weil das geht auch viel schneller wenn man was zu besprechen hat, wie wenn man da zwanzig e-mails hin- und hergeschickt werden, hat man das in 5 Minuten einfach am Telefon besprochen, das ist, also jeder von uns, der spricht schneller als er tippt. Ja man kann da auch besser aufeinander eingehen, also , klar machen wir auch ganz oft.

C: Kommt auch auf das Problem drauf an, also manche Sachen gehen auch per e-mail besser, also manche Sachen haben einfach Zeit, ja, kann man drüber nachdenken, da in Ruhe durchlesen, ja.

B: Ja, klar!

C: Und so Konferenzschaltungen mit zehn Leuten, machen wir ja nicht so oft.

B: Selten. (Lacht)

N: Apropos Technik, wie haltet ihr euch denn so auf dem Laufenden, also jetzt zum Beispiel diese Probleme, die sich für den Provider ergeben, vielleicht rechtlich und so, gibt es da irgendwie jemanden, der jetzt sagt, ich kümmere mich drum, was jetzt halt gerade so aktuell ist in Bezug auf Internet oder Provider, oder macht das jeder einfach so, stoßt ihr da so zufällig drauf, oder?

B: Größtenteils macht das jeder einfach so, aber es gibt da wieder Leute, die sich speziell für solche Sachen auch interessieren, also/

C: Ja, also es gibt in der Tat Leute, die haben bestimmte Spezialitäten, also beispielsweise PGP, da hatten wir ja schon erwähnt, andererseits machen viele von uns teilweise beruflich selber so was ähnliches und haben da sowieso schon ein Interesse dran, andere Leute interessiert da einfach so und wir teilen uns da natürlich auch mit, das heißt dann wenn auf Heise-Verlag ist ein guter Tip, also wenn da eine tolle Nachricht kommt, dann steht die auch schnell bei uns in der Liste, so von wegen, dann lest mal alle schnell diesen Artikel, der ist wichtig für uns. Und das geht dann sogar auch bundesweit, nicht nur berlinweit, also das ist , also insofern ist der Informationsfluß doch ganz gut.

N: Aber das ist jetzt nicht nur dann in der vorstandsinteren Liste, sondern kommt immer auf das Thema drauf an, wahrscheinlich.

B: Genau.

J. Und unsere Anfrage, da war noch so ein Beispiel, ne, wie die gelaufen ist. Also jetzt kommt so eine e-mail von irgendwelchen Naseweisen, FU-Studis/

B: Ja ich weiß, wo hattet ihr die hingeschickt, an Info oder so Vorstand?

J: Info oder Vorstand, ich weiß nicht genau.

B: Ja kriegt halt jeweils eine andere Gruppe, ne, kommt drauf an, und dann findet sich da jemand der das beantwortet.

J: Wer macht da jetzt, kriegen jetzt also 7 Leute, 5 Leute, 3 Leute im Vorstand kriegen jetzt diese Mail und wer von den dreien sagt jetzt ich schicke das weiter, der erste der kommt?

N: Und erfahren die restlichen Mitglieder auch davon?

B: Die haben die mail sowieso gekriegt, also alle kriegen die und der erste der die beantwortet, die kriegen dann noch eine Kopie davon, sollte jedenfalls so sein, damit sie einfach mitkriegen was da passiert.

C: Wobei jetzt auch nicht unbedingt die erste mail dann gleich an euch geht oder so, dann geht die natürlich erst interne Kommunikation, was schon wieder die FU und hat denn jemand Zeit?

J: Genau, wir haben ja dieses Beispiel, weißt du noch wie das gelaufen ist, ist jetzt konkret, als Beispiel für wie läuft das /

B: Also da gab es vorher keine Diskussion drüber, ich habe dann einfach auch gesagt, ja, also so was hatten wir ja auch schon mal, so ein Interview, und von daher, war das eigentlich klar, haben wir telefoniert noch mal? Kann sein daß wir irgendwie am Telefon drüber gesprochen haben/

C: Wir haben kurz drüber gesprochen ja, aber das ist dann halt, das sind eben auch so, wir kennen uns natürlich auch persönlich und wenn es dann heißt, da ist eine Einladung und er sagt zu , dann ist natürlich, ja klar/

B: Also solche Sachen sind einfach, ne, weil das haben wir schon mal gemacht, das finden wir sowieso gut, so was unterstützen wir und wenn ich dann sage, macht irgendwie einfach einen Termin, dann ist es so, daß wir sowieso schon abgesprochen haben, dienstags und mittwochs, sind so Tage für Termine, in der und der Uhrzeit, da paßt es uns immer, gut, dann haben wir in der Uhrzeit sowieso Zeit für sowas, dann ist das problemlos, daß dann halt, da ist jemand da einfach. Das ist einfach, schwierigere Sachen, die werden dann erst mal diskutiert. Mir würde jetzt kein Beispiel für etwas schwieriges einfallen. Mhm.

C: Mhm. Mhm. Datenschutzbeauftragter.

A: Das ist ein Beispiel. (leise)

B: Mhm.

J: Was wäre da?

C: (Pause) Ja beispielsweise wollen wir einen Datenschutzbeauftragten von Berlin hier in unseren Räumen haben und ihm alles zeigen, wie wir das machen, finden wir das eine gute Idee in Form von Zusammenarbeit, oder halten wir das für eine weniger gute Idee, das kann dann schon mal diskutiert werden müssen.

J: Ist das schon passiert?

B: Nö, passiert ist das noch nicht, das der hier war.

J: Aber ihr habt alle so beiläufig genickt, als ob ihr euch zumindest schon darüber unterhalten hättet.

C: Das wurde schon diskutiert ja.

B: Darüber haben wir schon diskutiert. Und wir haben uns auch schon mal mit dem getroffen, allerdings bei ihm, also nicht mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten, sondern irgendwie mit seinem Assistenten irgendwie und das war ziemlich informativ, also weswegen, also was ich vorhin gesagt habe so Mediendienstgesetz, und das kann der wirklich perfekt auseinandernehmen, also der ist da richtig gut, also/

J: Und war das, hast du (?), naja gut, das ist vielleicht ein bißchen weit weg, hatte das dann den Effekt, das ihr nach hause gegangen seid, und gesagt habt, ui ui ui, eigentlich müßten wir das ganz schön anders machen, oder von wegen der Überlegung, ob ihr den hier rein lassen wollt und ihm das alles zeigen.

B: Nö, eigentlich war das gar nicht so schlecht, was wir machen , also von daher war das schon recht beruhigend, und äh bei denen ist das auch so, die sind halt für alle Berliner Betriebe zuständig und halt dazu gehören wir als Betrieb sozusagen auch zu, auch Vereine und was weiß ich, und die sind eigentlich für alles verantwortlich, was hier in Berlin so abgeht und also, da ist es auch egal in welchen Laden er irgendwie gehen würde, er würde natürlich auch etwas finden, weil er auch so kompetent ist, daß er sagen kann, ja das dürft ihr nicht und das dürft ihr nicht, das dürft ihr nicht, von daher stehen wir da nicht außen vor. Die Frage ist nur, inwieweit wollen wir noch weiter mit denen zusammenarbeiten, da kam mal eine Anregung von ihm, daß er sagt ja er könnte sich gut vorstellen, also was die sich schon überlegt haben, so ein Projekt zu machen, das sie halt mal beispielhaft zu! einem Provider hingehen, zu irgendeinem, wir können das sein, das kann auch jemand anders sein, und gucken sich mal an, wie funktioniert da so der Betrieb, was für Daten werden da so gesammelt, und auch wie funktioniert diese ganze Technik, die wir da einfach haben, weil da fehlt denen einfach das Know-how, die haben es zwar auch so ein Techniklabor da, wo sie das alles ausprobieren können, aber das ist natürlich immer noch weitab von dem was in der Praxis wirklich passiert, ne, die können sich da eine Hardware hinstellen, aber da ruft nie jemand an, da wählt sich niemand ein einfach, das steht da und wir konnten irgendwie gucken, das schreibt tolle log-files aber das war es auch. Und das ist halt so eine Überlegung, ob man das will oder nicht. Also das kann durchaus auch positiv für uns sein. Das kann auch einfach dazu führen, daß wir sagen, also eure Bedingungen, die Ihr da stellt, die können wir sowieso nicht erfü! ;llen, wir können zumachen. Aber so einer kann ja auch! jetzt zur Tür reinkommen, und das kann genauso passieren.

D: Dann verabschiede ich mich mal. Tschüß. (allgemeine Tschüß-Erwiderung)

xxx

B: Das sind halt so Überlegungen. Begeben wir uns jetzt bewußt auf glattes Eis, oder geben wir denen die Chancen und sagen, wir arbeiten mit denen zusammen, wollen wir das überhaupt? Das ist kein einfaches Thema einfach, da gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen.

J: Genau, so waren wir darauf gekommen: was würde damit passieren, würde nicht einer das entscheiden sozusagen, sondern...

N: (Klospülung)

C: Das würde sich keiner trauen!

J: Habt Ihr schon mal abgestimmt?

B: Wie abgestimmt?

J: Naja, das fällt mir jetzt auf: also sozusagen, gibt es Mehrheitsentscheidungen und so?

B: Also im Vorstand, ja

C: Ja also, wir haben Vorstandstreffen, und die werden dann eben eingeladen, die Vorständler, Vier (?) Wochen vorher, damit sie sich das gut einteilen können, und dann wird natürlich auch vorher gesagt, über was gesprochen wird, und dann wird auch abgestimmt, das ist richtig, allerdings in der Regel ist es so, daß wir, ähm, bis auf wenige Ausnahmen im Prinzip so lange diskutieren, bis wir fast immer da einheitlich irgendwie was entscheiden. Also es sind sieben Leute, die Stimmen haben, und also vier-drei Entscheidungen sind da ganz, ganz selten.

J: Fällt Euch da ein Beispiel für ein, für die vier-drei Entscheidungen?

(?): Ne.

N: Also Ihr versucht dann mehr, die anderen zu überzeugen...

C: Ja. Das ist vielleicht auch ein bißchen ein Problem von uns, weil es macht uns nicht unbedingt gerade handlungsfähig. Also es kann dann länger dauern. Obwohl es eigentlich gut ist.

J: Wenn ich das jetzt reinhöre, daß das auch so ein Ideal ist von Euch, so lange zu diskutieren, bis es nicht so eine vier-drei Entscheidung ist?

C: Naja, so die demokratischen Korridore, wo ich dann da sitze mit Stimmenmehrheit und so (lacht), der und der ist krank, dann stimmen wir mal schnell darüber ab, ist nicht besonders fein, oder?

J: Ja.

B: Ja und Du hast vielleicht am Vorabend mit drei Leuten zusammengesessen, und hast das besprochen, und die finden das gut, und die anderen drei sind dagegen, ne? Das heißt, Du hast da so vier-drei. Und Du weißt, das kann ich jetzt mal schnell durchboxen. Und dann kommt doch irgendwann bei den Leuten, die dann da so unterlegen sind, auch einfach so ein ungutes Gefühl auf, ne? Das kann man vielleicht mal machen, das kann man auch zweimal machen, aber, dann ist das irgendwie nicht mehr so richtig funktionsfähig, irgendwann, das geht einfach nicht.

J: Und so was hattet Ihr prompt auch noch nicht, oder Euch fällt jetzt kein Beispiel ein?

B: Na doch, die Entscheidung hier für die Vereinsräume war nicht ganz einfach. Da haben wir wirklich tierisch lange drüber diskutiert, und haben auch irgendwie zu lange diskutiert. Das hätten wir einfach viel früher machen sollen.

C: Das ist richtig, allerdings die war fünf-zwei oder so.

B: Die war dann irgendwann fünf-zwei, ja. Mit Rumdrehen und Kneifen und Beißen. Also, es war halt irgendwie sehr langwierig, doch. Bis dann halt Leute gesagt haben, doch, wir finden es jetzt auch gut.

J: Und waren die zwei dann auch noch lange unzufrieden, oder ist das dann auch vorbei, vergessen, Schnee von gestern?

(Pause)

J: Ich nehme auch an, keiner von Euch war bei den Zweien, oder ?

(Lachen)

B: Die sind wahrscheinlich heute noch unzufrieden damit, ja.

N: Wo wir grade bei den unzufriedenen Sachen sind: mich würde das mal interessieren, ich habe auf der Homepage/

B: Ham wir nicht. Unzufriedene Kunden haben wir nicht.

N: Ne, nicht Kunden, sondern eher Mitglieder. (Lachen) Ich hab auf der Homepage mal gelesen, daß damals als es dazu kam, ob jetzt ein Verein gegründet wird oder nicht, daß es da so Querelen gegeben hat.

B: Im Vorfeld schon.

N: Ja, im Vorfeld. Also, da ging es um die Umstrukturierung und so.

(Stöhnen)

B: Zahlst Du die 5 Mark, oder...

C: Schwieriges Thema.

(Lachen, Gemurmel)

B: Kann ich ja mal, oder?

C: Ja, mach Du mal.

B: Also, da wir irgendwie ja so ziemlich der erste Internetprovider in Berlin eigentlich waren, kamen diese Querelen einfach dadurch zustande, daß sich so eine Gruppe abgespalten hat, und hat mitgekriegt, man kann damit Geld verdienen, und die haben einen Internet-Provider aufgemacht. Das war eigentlich das Problem. Und da haben wir gesehen, daß wir mit so ner, so einer strukturlosen Gruppe einfach nicht weiterkommen, daß da halt irgendwie ein Verein her muß. Und da, auf dieser Gründungsversammlung war eigentlich schon die Rede davon, daß Vereinsräume da sein sollen, daß halt die dann auch vom Verein angemietet werden, daß da Vereinsrechner stehen, die dann auch dem Verein gehören, nicht mehr nur Privatpersonen undundundundund. Das haben wir auch danach über lange Jahre nicht gemacht, aber jetzt halt. Und da kam es halt durch diese Aktion zu irgend so einem Knatsch.

C: Also die Vereinsgründung, die war eigentlich unproblematisch, also, die Leute, die dann dort waren und so, die wollten dann auch den Verein haben, denn daß wir den Verein haben mußten, also der Vorgang davor, der war halt ebend kritisch. Also das war einfach nur Spaltung und da haben wir dann halt gesehen, daß wir so abhängig sind von bestimmten Leuten, von bestimmten Hierarchien, von von Telekomleitungen, die dann nicht dem Verein gehören, denn es gab ja gar keinen Verein, und wo Leute einfach machen können, was sie wollen, und das auch gemacht haben. Und da gab es dann etwas Streß. Und das dann eben noch mal neu zu gründen, das war nicht ganz einfach. Das war sehr arbeitsaufwendig.

B: Ja.

I: Aber dann muß es ja auch von euch einfach einen anderen Ansatz geben, also sagen wir mal für Eure Arbeit, im Gegensatz, Ihr hättet ja auch sagen können, warum sollen wir nicht Geld verdienen damit einfach? Theoretisch, wenn Ihr die Arbeit, die Ihr jetzt so als Verein reingesteckt hättet, wenn Ihr das jetzt in ne Firma reingesteckt hättet, dann wärt Ihr wahrscheinlich jetzt reiche Leute!

B: Mhm, die, die sich daraus abgespalten haben, die sitzen jetzt in der Sonne und legen die Beine hoch.

I: Und warum habt Ihr das nicht gemacht? Also weil es Euch um öffentlichen Zugang geht, oder? Also was steckt da dahinter?

B: Ruhm und Ehre ist doch viel wertvoller...

(Lachen, Gemurmel)

C: Letztendlich ist es eine politische Entscheidung, wenn Du es halt wirklich auf die kommerzielle Schiene bringst, und dann wäre halt hier in Berlin niemand mehr so gewesen, wie das IN-Berlin so ist, und wäre halt einfach ein Stück verloren gegangen, ich find auch dann ein Stück Kultur haben wir verloren. Also wir haben gewisse Freiräume, die man kommerziell halt nicht haben kann.

I: Also, da steckt ja auch ein gewisses politisches Selbstverständnis dahinter, dann, würde ich unterstellen.

C: Ja, klar. Also die Domains beispielsweise, die sind alle autonom bei dem, was die machen und tun, und dieser Vorstand vom IN oder so, der hat da also keine Entscheidungsbefugnisse, die direkt in die Domains eingreifen. Und wenn so eine Domain sich ganz auflöst oder halt kommerziell wird und so, dann tut uns das schon weh. Wenn dann also das Geldverdienen ganz an erster Stelle steht und so die Idee dann letztendlich verloren geht, dann finden wir das schon schade, ja. Aber das wäre dann auch ein Grund, daß wir da nichts machen oder so (?).

B: Oder zu trennen, wie in Deinem Fall.

C: Oder zu trennen. Also ich sage ja nicht, daß also kommerzielle Zugänge schlecht sind oder so, also Firmen sollen auch Internet haben können. Aber es muß auch eben, auch andere Strukturen geben, das finde ich zumindest sehr wichtig.

I: Also es geht Euch einfach um alternative Nutzungsformen auch. Oder um andere Nutzungsformen.

C: Ja ich meine so Computer, also, was heißt alternativ, also ich meine, Computer fressen auch Strom, ne? Aber es ist halt, ne andere Herangehensweise, und man hat einfach andere Möglichkeiten, wenn man sich da jetzt nicht so direkt sich von den finanziellen Interessen abhängig macht. Weil andererseits sicherlich haben wir auch finanzielle Zwänge. Wir müssen von unseren Usern Geld verlangen, ansonsten könne wir nicht Leitungen bei der Telekom bezahlen, sonst können wir auch keinen Vereinsraum haben, und so.

J: Das ist ja schon eine gewichtige Sache hier, nicht wahr? Wenn ich mal so überschlage, 700 Mitglieder, 30 Mark im Monat, dann setzt Ihr pro Monat 21 Tausend Mark um, das ist ne heftige Sache, was? Also, so mit viel Verantwortung verbunden, und so, ne?

C: Ist mir noch gar nicht so aufgefallen (lacht). (Gemurmel) Das klingt nach viel Geld, aber das ist es in der Tat nicht. Also wir sind in der Lage unser Geld auszugeben, für Telekom und Vereinsräume und für Technikaufrüstung, das ist halt auch immer sehr teuer/

B: Und dann hast Du noch nicht mal eine halbe Stelle, es bleibt trotzdem nichts über.

J: Ja, also mich verwundert das nicht, ich kann mir das schon vorstellen, ich glaub auch nicht daß sich hier irgend jemand/

B: Das würde nicht gehen, jemand irgendwie Vollzeit einzustellen.

I: Aber Erwägungen gibt’s bei Euch? Also das klang jetzt die ganze Zeit fand ich immer so ein bißchen durch, als würdet Ihr mit dem Gedanken spielen...

B: Na das Problem ist schon, daß es nicht immer so viel Leute gibt wie man sich das vielleicht wünschen würde, um Support zu machen oder ans Telefon zu gehen oder oder oder. Und da muß man sich schon neue Wege überlegen, ne? Ich kann mir auch vorstellen, daß wir das irgendwann machen. Aber es ist finanziell nicht gangbar, glaube ich. Also wenn Du die Leute nicht für einen Hungerlohn einstellen willst oder so.

I: Aber ist das nur eine finanzielle Frage?

B: Ne, es ist auch das, das hast Du glaube ich vorhin schon gesagt, sobald Du anfängst, einen dafür zu bezahlen, tun die anderen auch nichts mehr. Weil die sagen, warum soll ich freiwillig noch was tun, wenn jemand anders dafür bezahlt wird? Dann ist vorbei, also jetzt haben wir weiß nicht zehn Leute oder zwanzig, oder keine Ahnung, wir haben halt ein paar, die was tun - sobald wir einen einstellen, haben wir niemand mehr. Das wird nicht funktionieren, das ist ganz schwierig.

(Gemurmel wegen einer Frage eines BeLUG)

J: Ja, ich merk grad, wir sind jetzt fast zwei Stunden hier, daß wir das jetzt nicht überstrapazieren Eure Geduld. Ja, das wir einfach noch mal gucken, zwei, drei Fragen stellen, und dann zum Schluß kommen.

B: Noch reicht es...

N: Wer kommt den so zu Euren Veranstaltungen, also Userstammtisch und so, ist das gut besucht, und wie wird dann da so immer, was sind das für Leute?

B: Ist ziemlich durchwachsen. Also manchmal, da dürften bloß sechs Leute da hocken, , wenn wir wirklich Party machen, dann/

C: Dann kommen da so vielleicht dreißig, vierzig. Das kommt halt drauf an, also wenn wir richtig Party machen, es kommt halt drauf an, was wir hier tun. Also, wenn wir sagen, den Grund, also wir haben ne neue Standleitung, ne tolle, und wir braten mal so ein Spanferkel und dergleichen, also dann kommen natürlich auch noch mehr Leute/

B: Oder wir zeigen mal so einen Film, ja, wir haben so einen Videobeamer und zeigen vorne einen Film.

N: Was zeigt Ihr dann so für Filme?

B: Also, was hatten wir das letzte Mal? Per Anhalter durch die Galaxis, oder so? Star Trek? Also das war ziemlich gut, die sind gar nicht mehr weggegangen, die Leute.

J: Ich hätte noch so eine prima Abschlußfrage, aber erstmal... Also, mich würde interessieren, vielleicht so als Frage an alle drei nacheinander sozusagen, wie würdet Ihr Euch die Entwicklung des Internet wünschen, also, das ist hypothetisch, das ist an Eure Phantasie sozusagen, wie eure Ziele dafür wären individuell, und Ihr könntet sozusagen auch aus der Perspektive des IN-Berlin, was würdet Ihr euch wünschen, nicht, was seht Ihr kommen, da sind wir vielleicht alle schnell pessimistisch, aber so wenn Ihr es sozusagen beeinflussen könntet, wie würdet Ihr Euch die Entwicklung des Internet wünschen? Nacheinander, alle drei, Stichworte...

C: Also, ich würde mir wünschen, daß die Dominanz der kommerziellen irgendwie weniger stark ist als sie im Augenblick ist.

J: Konkreter?

(Gemurmel)

C: Mehr IN-Berlin, weniger T-Online/

J: Genau, eins, zwei, viele,

C: Ja, doch, so etwas in der Art, das ist halt so daß, die Intention des Netzes oder so die war ja vor einigen Jahren sehr wissenschaftlich oder sehr privat und sehr kommunikativ und jetzt ist die halt sehr kommerziell, und man gibt relativ viel Geld aus für Website und für Werbung und für günstige Zugänge und das sind, also dort (?) dabei, die haben so unglaublich viel Geld, daß einem angst und bange werden kann und die verändern das Netz natürlich, die Struktur. Und da sind die natürlich ein Problem.

(Tapewechsel)

N: (redet übers Studium?)

B: Ja, wenn ich irgendwie so sehe, was so an Onlineshops aus dem Boden gestampft wird, dann wird es nur dazu führen, daß die Leute ihren Arsch nicht mehr vor die Tür kriegen. Und das kann irgendwie nicht so das Ziel des Internet sein. Also ich fände es schon gut, wenn jeder einen Internet-Anschluß zuhause hat, auch kostengünstig oder auch kostenlos, wie auch immer, aber halt nicht, wie gesagt, daß die Leute sich gar nicht mehr bewegen und irgendwie nur wie vor dem Fernseher sitzen und hin- und her schalten.

J: Wofür soll das benutzt werden, mal positiv?

B: Kommunikation und Entscheidung einfach. Sich Informationen, also wirkliche Informationen da raus holen, und nicht irgendwie bunte Bilder angucken, solche Sachen, ich denke einfach, das kann vielleicht solche Medien wie Bücher und Zeitungen nicht ersetzen, aber ergänzen. Dafür ist es einfach eine gute Sache. Also wenn man wirklich Informationen sucht, kann man es auch benutzen. Sollte man auch. Das war auch, also ursprünglich dafür mal angedacht. Das hat Wissenschaft, also Web wurde ja dadurch erfunden daß Wissenschaftler irgendwie gesagt haben: ich habe jetzt hier irgendwelche Texte, und ich brauche jetzt irgendwas wo ich mir das am Bildschirm auch ein bißchen schöner angucken kann. So, mit ner Überschrift halt, ne? Mit nem bißchen fetten Text und so. Dann gab es irgendwann das Web, und dann hat einer ne Suchmaschine drumherum gebaut, und dann gab es so halt Webseiten. Das, was Leute heute als Internet bezeichnen.

N: Und was nützt den Leuten diese Information?

B: Naja, Leute, zum Beispiel Studenten so wie Ihr, die finden einfach Information darüber, das es auch noch andere Internet-Provider gibt und kommen hierher! Also ich meine, Du siehst ja selber, daß Ihr das für Euer Studium ganz gut nützen könnt, für bestimmte Sachen auch halt nur, und da sieht man ja auch selber, wie schwer eigentlich solche Informationen eigentlich zu finden sind, und wieviel Schrott da eigentlich existiert. Ja und in Altavista mal was eingetippt, und es kommt nur Müll! Es ist, ja einfach ne Katastrophe. (Stöhnt, Pause) Also auch das was (Ceyhun) schon sagte, mehr Information, mehr Kommunikation, weniger Umsatz, mehr IN-Berlin. Weniger Telekom. Das ist eigentlich das gleiche, aber das ist wahrscheinlich Wunschdenken, es wird wohl eher in die andere Richtung gehen.

A: Ich würde es eher gegenteilig sehen/

B: Ich weiß.

J: Ja, dann sag das doch!

A: Ne, ich bin auch dafür, daß Information weltweit ausgetauscht werden, daß Leute in wasweißich, nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel, in Serbien gerade, auch an Informationen drankommen, oder in China oder sonst irgendwo wo Katastrophen ablaufen (unverständlich) sich über Demokratien, über demokratische Verhältnisse und ähnliches Informationen beschaffen können und die dann anwenden können, umsetzen können, anwenden können, aufklären können. Ja ansonsten denke ich, daß ähm Internet für experimentelle Dinge benutzt werden sollte. Also ähnlich wie das beim Fernsehen dann ja auch passiert ist, das sie einfach Filme gespielt haben, und daß das dann irgendwann einfach so blöde abgedreht wurde (?). Und so sollte man dann auch die Chancen im Internet nutzen. Und nicht so wie mein Kollege hier neben mir, der sich weigert, flash zu benutzen, und überhaupt nicht zu in! stallieren bisher. Also ich bin da schon noch eher dafür, ich will das modernere. Ich denke so (?) Seiten haben den Vorteil, daß sie schnell sind, aber wenn ich mir vorstelle, daß es in zehn Jahren noch mehr Internet, die Leitungen dann auch doppelt oder, was weiß ich, hundertmal so dick sind, dann wüßte ich nicht, wo das Problem sein sollte mit flash oder sonstwas, ja herum zu hantieren oder mit anderen tollen Dingen, die es dann geben wird. Und was ich mir auch noch vorstellen kann ist, daß das Internet über Java eine Plattformunabhängigkeit kriegt. Also daß irgendwann auch diese Diskussion über "welches Betriebssystem hast Du im Rechner, Ich, Windows 95, ich, Macintosh, Ich wasweißichwas", daß sich das dann irgendwann erledigt. Solche Sachen.

B: Welches Betriebssystem hast du Ihr, Java!

A: Ja, das kommt dann als nächstes danach, weil Java ist noch nicht das ausgereifteste System, und nicht das Sicherste...

B: Aber das ist doch jetzt schon Plattformunabhängig! Du hast Deinen Browser und es ist egal, auf welcher Plattform, das funktioniert doch und Du kannst Dir Deine Webseiten angucken.

A: Ja, aber was ich jetzt halt mitgekriegt hab über den ersten Teil meines Praktikums, ist, das es nämlich auch ne Möglichkeit geben kann, ganze Programme oder diese ganze Windows 95 Oberfläche, die kannst Du mit Java komplett nachbilden, das muß ja nicht wie Win 95 aussehen, das kann ja auch wie (KSV?) aussehen oder sonstwas. (unverst.) ) ist mir eh egal. Und, daß Du aber dann einfach diese Sachen machen kannst. Du brauchst dann letztendlich kein Betriebssystem mehr, das mit vierzig oder 50 irgendwie (?) hochfährt, und Deinen Speicher, wo Du schon 60 MB drin hast, sofort wieder ausgelastet ist, obwohl Du ihn doch eben erst gekauft hast, sondern Du brauchst nur noch Deinen Browser.

B: Hm.

A: Ja, wäre schön (Pause) Ich fänd das schön. (lacht)

J: Ja, wir müssen ja auch ein bißchen was zum analysieren haben, da kann das ruhig als Kontrast so stehenbleiben.

B: Genau, da streiten wir, das diskutieren wir dann nachher noch aus!

(Gelächter, Geplauder)

N: Ich habe noch eine Anschlußfrage: Seht Ihr denn irgendwelche Möglichkeiten, irgendwas, was man da machen kann, um halt den Siegeszug des Kommerziellen irgendwie aufzuhalten?

A: Ich weiß gar nicht, ob ich den so schlecht finde.

B: (Lacht) Du bist ja jetzt auch nicht gefragt.

J: Na klar!

A: Na, weil es nun mal bisher immer so war, daß diese beschissene Seite des Kapitalismus auf der anderen Seite eben auch sehr viele Fortschritte eben mit sich gebracht hat. Und deswegen bin ich nicht dagegen, daß dann, Windows einfach abzulehnen. Weil auch da hast Du dann Leute, die ganz (? Lustig) eben sind, die Sachen einfach mal nur ausprobieren.

B: Jetzt hast Du es aber ein bißchen verdreht: Du sagst irgendwie, gegen den Fortschritt - das ist ja nicht gegen den Fortschritt.

A: Na der Computer kommt aus der Militärtechnologie - zum Beispiel.

B: Naja, ich meine, niemand hat gesagt, daß wir gegen die Weiterentwicklung und gegen den Fortschritt des Internet sind, das sind wir überhaupt nicht. Es geht irgendwie mehr da drum, nicht so viel Kommerz da zu haben, nicht, irgendwie an jeder Ecke kannst Du was kaufen und Du kannst Deine Milch dann im Internet bestellen, was weiß ich. Daß man das vielleicht auch machen kann, ist ja ok, aber irgendwie nicht hauptsächlich. Das kann es nicht sein, ich glaube, das ist nicht der richtige Weg.

A: Ich hätte gern einen Dauerauftrag ins Internet zu meinem Edeka oder sonstwie irgendeinem Laden, über ein ganzes Jahr und dann einmal die Woche möchte ich gerne dies und das haben, mit Ausnahme der Zeit (?), von dann bis dann.

B: Ja, und dann hast Du das so einfach, dann hast Du nur noch einen Button auf der Webseite, ich möchte meinen Arsch nicht mehr vor die Tür bewegen: JA. Das schickst Du ab, und dann wirst Du bedient von vorne bis hinten.

A: (?) Wieso, das kannst Du doch auch ganz simpel benutzen. (unverständlich)/

B: Ja, ja. Ja, kann man natürlich so sehen. Also, meine Ansicht ist da ein bißchen anders.

C: Na, solche Diskussionen gibt es halt, und nicht selten bei uns, und das ist halt glaube ich auch ganz wichtig, also das gibt’s halt woanders halt nicht, weil sich die Leute nicht treffen können. Weil es halt kein Forum gibt (unverst?). Man muß sich ja nicht immer einig sein, man kann ja irgendwie monatelang drüber reden, und dann geht einem irgendwie doch noch ein Licht auf oder auch nicht oder so.

B: Also um die Frage zu beantworten, diesen Fortschritt irgendwie oder diese Kommerzialisierung irgendwie aufzuhalten, was man da machen könnte, könnte ich mir viele Sachen wünschen, könnte ich mir auch was ausdenken, aber das würde glaube ich nicht gehen.

N: Ja, sag mal, was Du Dir da wüschen würdest.

B: Was weiß ich. Müßte ich mir jetzt was aus den Fingern saugen, aber ich glaube, das ist alles unrealistisch. Man könnte irgendwie Leute engagieren, die diese Webseiten dann hacken und irgendwas anderes drauftun oder, das wäre aber irgendwie...was weiß ich/

C: Weißt Du was man auch machen könnte, man könnte zum Beispiel einbauen, daß da keine Werbebanner erstmal drinne sind. Könnte man machen.

B: Ja, das würde es aber auch nicht aufhalten.

(unverst.: A, B und C durcheinander)

C: Du kannst so ein bißchen Freiräume schaffen und zu sagen bei uns, da kriegst Du einen Internetzugang, da gibt es eben nicht automatisch eingeblendete Werbeseiten. Das ist ein Angebot, das ist wichtig. Und dann unser Script kann beispielsweise, auf Wunsch also kann das Werbebanner ausblenden. Immer dann, wenn es sie automatisch erwischen kann.

J: Was ist script-(preview?)? Kurze Technikfrage?

B: Software- proxy- Server. Das ist die Software zu diesem proxy-script. Also es gibt auch andere, aber das ist eigentlich die, die überall benutzt wird.

N: Siemens hat doch da so etwas gemacht. Also ich kenns nur/

C: Diesen Webwasher. Den Webwasher, ja. Der Unterschied ist, das funktioniert quasi auf Userseite. Du mußt den Webwasher im Browser so installieren, daß er das rausfiltert. Wenn wir das als script machen könnten oder so, dann hat das jeder automatisch.

(?): (ironisch) Zensur!

Man muß sich dann im Internet nur noch den richtigen Proxy aussuchen, also ich nehm den oder den, aber es muß nicht mehr jeder selbst machen. Das wäre dann z.B. ne Sache, die wir anbieten könnten, die sag ich mal behaupte ich mal beispielsweise AOL nicht anbieten kann, weil wenn die sagen, wir filtern Euch die Werbung raus, dann sind die Sponsoren raus. Das können die einfach nicht tun, wir können das. Also wir können da einfach Freiraum haben.

N: Und da gibt es jetzt Diskussionen drüber, das ist noch nicht, oder wie?

C: Also, das es das script kann, habe ich erst heute erfahren, (Lachen) übrigens indem ich telefoniert habe, (allg. Gelächter), da müssen wir uns treffen und dann halt am Computer basteln, aber das ist halt auch wieder so ein Beispiel, das halt ebend, das so was nicht nur dazu führt, daß man eben elektronisch vermittelt miteinander kommuniziert, sondern halt ebend Bedürfnisse, die daraus entstehen, unter Umständen eben auch dazu führen, daß man zusammen was unternimmt. So richtig physikalisch, persönlich, biologisch...

B: Also das kann ich mir gut vorstellen, daß wir das einführen.

N: Das heißt, Ihr entscheidet da direkt drüber?

B: Naja, wir wissen es ja noch nicht so lange. (?) Aber ich glaube mit solchen Entscheidungen haben wir auch keine Probleme, die durchzukriegen. Das müssen halt alle einfach gut finden, ne?

N: Und über so etwas entscheidet immer der Vorstand? Oder alle?

C: Der Vorstand würde es erstmal machen, das ist klar, die Aktiven würden alle mit diskutieren, und wenn die auf einmal alle schreien, so "Nein, auf keinen Fall, ich will lieber Werbung", dann würden wir uns zwar stark wundern, aber na ja

(allg. Gelächter, unverst. Bemerkungen)

C: Da gibt’s dann schon ne gewisse soziale Kontrolle des Vorstand auch, das ist klar. Und deswegen sind wir ja nicht ne Firma, die das einfach besitzt, und dann (? unverst.). Das ist halt wirklich eine ganz andere (?) hier.

J: Na, also, erstmal ganz vielen Dank! Zweitens das Bekenntnis, das war heute unser erstes Interview. Falls Euch was aufgefallen ist, könnt Ihr uns das gerne sagen. Und wir machen das halt auch aus dem Verständnis, das wir halt am Anfang definieren, das und das wollen wir nachfragen und rausfinden und so und so gehen wir vor, also es kann auch sein, daß wir uns unterhalten, und dann denken, also das müssen wir noch fragen, also da steckt die Frage drin, können wir uns nochmal an Euch wenden, oder eben auch, was mir grade aufgefallen ist, im Juni ist ja dieses, Euer Jahrestreffen, ob wir da teilnehmen können, in Glienicke, wie das ist, da habt Ihr Euch eben angeguckt, glaube ich, inwieweit das öffentlich ist, oder zumindest so teil-öffentlich gemacht werden könnte für angehende ForscherInnen aus der FU.

C: Also wir könnten drüber nachdenken Euch einzuladen, bloß das können wir nicht von hier entscheiden, aber wir könnten es weitergeben.

J: Ja, könntet Ihr das machen? Also, ich hätte da auf jeden Fall Interesse. Das Ihr das mal überlegt, also das wäre nett. Und/

C: Dazu wäre vielleicht so eine Mail von Euch hilfreich, die Ihr an uns schickt, wo Ihr an Vorstand IN-Berlin beispielsweise und an Geschäftsstelle möglichst noch, und halt schreibt, warum Ihr da hin wollt, und wer das hinterher dann alles mitbekommt, was da passiert.

J: Ja, das ist ja auch gut. Finde ich ja auch gut, wenn Ihr so was wissen wollt.

B: Ja, kann ich mir schon gut vorstellen, daß das geht. Also, das ist ja zwei Tage, das läuft meistens so ab, daß am Samstag alles erstmal vordiskutiert wird so und halt auch schon geklärt wird größtenteils, weil es am Sonntag einfach so ist, daß dann nur kurz die Themen angesprochen werden, und dann abgestimmt wird, damit das auch relativ zügig über die Bühne geht, daß man auch weiß, man ist dann auch Sonntag durch und nicht es ist so open end, weil die Leute halt auch wieder nach Hause fahren wollen, einfach. Von daher, ich weiß nicht, ob beide Tage so spannend sind, aber, das ist dann eh auch egal.

J: Also, da würde ich sagen, wenn dann ist auf jeden Fall der Samstag

B: Und da ist dann sicherlich auch abends noch Raum, daß man sich problemlos nochmal so unterhalten kann. Ist bestimmt passender. Aber ist egal, Ihr könnt bestimmt auch beide Tage kommen.

J: Ja gut, dann schreiben wir Euch so eine Mail, ziemlich sicher.

B: Ja, das wäre ganz gut, dann haben wir, dann können wir sagen, hier, wir haben eine Anfrage/

J: Ja genau. (.) Ja, dann sagen wir Euch super vielen Dank, daß Ihr Euch immerhin jetzt zwei Stunden Zeit genommen habt, da habt Ihr von den drei Stunden täglich immerhin schon zwei rum (lacht, allg. Lachen)

B: (lacht) ja, manchmal werden es auch wesentlich mehr, ja.

I: Und Ihr kriegt dann von unseren Ergebnissen was mit/

B: Au ja, das wäre klasse.

C: Ähm, wen wollt Ihr denn noch alles interviewen?

I: Ähm, wir haben nächste Woche einen Interviewtermin mit mikro,

C: Ahja, das ist gut.

I: Die sind ja so ein bißchen aus ner anderen Ecke, auf ne Art, also die sind/

C: Die sind anders als wir, die sind, also nicht so technisch, und die haben keine Infrastruktur, eigene, also, die schließen niemanden an, sind aber, kann man durchaus sagen, mit uns befreundet, und tagen hier auch mitunter, und die Veranstaltungen, die die so planen, halt auch in Zusammenarbeit mit CCC und IN-Berlin und pipapo...

I: Und dann halt CCC, natürlich irgendwie, dann auch noch/

J: Die müssen wir noch fragen (lacht). Also sozusagen, falls Ihr euch mal darüber unterhaltet, empfehlt uns weiter! Also, uns geht es halt darum,

B: Also, die sehen wir nicht so zufällig mal. (unverst.)/

A: ( ? unverst.)

J: Also wir haben halt so, das ist vielleicht schon so ein Vorverständnis, das wir haben, wir sagen, wir untersuchen Netzkritikorganisationen, ne, deswegen auch so unser beharren auf diesen Zielen, wo ich denke, haben wir bestimmt auch einiges dazu gehört daß Ihr auch politische Hintergründe, was Ihr auch durchsetzen wollt oder wie Ihr euch das Internet vorstellt, und daß wir eben sagen, es gibt in unseren Augen eben Organisationen, die vertreten sozusagen so netzkritische Positionen. Und davon gibt’s in Berlin, also wenn wir jetzt mikro, CCC, IN, und dann kann man ein bißchen suchen, ob man also zum Beispiel solche Stadtteilsachen, also prenzl.net hatten wir ne Weile überlegt oder so - ist ja auch ein weiter Begriff, den kann man auch breit fassen, wenn man will, und daß wir dann gucken, je nach dem, wie viele Leute dann mit uns reden wollen, daß wir so ein bißchen diese Netzkritikorganisationen untersuchen. Uns inter! essiert also einerseits eben dieser politische (?) und dann eben auch, wie das organisatorisch abläuft. Und dann müssen wir gucken, in wie weit wir kontrastieren können. Also, mikro ist sicher ein Kontrast, auch von der Organisationsform, also, jetzt nicht unbedingt von den Zielen. Aber bei den Formen der Organisation und so, darum geht’s uns. Und da gucken wir eben, wer mit uns reden will.

B: Und so andere Internetprovider?

J: Was schwebt Dir da so vor? Also, wir werden keine kommerziellen, und so was

B: Das würde mich fünf Mark kosten, das zu sagen.

J: Das sind diese Abgewanderten, oder was?

B: Jaja (lacht)

J: (lacht) Da mußt Du dann tatsächlich erstmal den Namen sagen

(Gelächter)

B: Ja, es gibt nicht so viele richtig große Provider hier aus Berlin. So der größte...

J: Müssen wir jetzt hier unsere Kenntnis beweisen? Oh Mann.

B: Die haben sogar Werbung in der U-Bahn, neben diesem blinx, die sind’s nicht, die haben so ein gelbes Dreieck/

J: OK, jaja. Gut, da merkt man schon so ein bißchen so einen Hintergrund auch, na klar. Einerseits. Auf der anderen Seite ist das einfach ein kommerzieller Verein, so, ne? Das ist eindeutig, daß das auch was anderes ist als IN-Berlin. Würde erst nicht unter unser Untersuchungsobjekt fallen. Tja.

B: Na so das andere FU-Team, was mal hier war, die haben ja so Provider untersucht.

J: Genau, ihr seid die Schnittmenge, Ihr seid halt ein politischer Provider, insofern sozusagen für beide/

B: Politischer Provider, das nehme ich jetzt als Lob/

J: (lacht) Ja, Ihr wißt es zwar nicht, aber Ihr seid politisch... Und ich guck mal, also ich habe ein Stipendium, und promoviere, und deswegen ziehe ich das alles noch größer auf, und wenn ich kann, gehe ich in die USA auch mal und mache da Interviews mit irgendwelchen von EFF bis irgendwelche electronic civil disobedience oder so was groups oder netaction oder so was. Und ich guck mal/

B: Das hört sich spannend an.

J: Ja, ich bin halt alleine. Mit dem bundesweiten oder internationalen Teil da. Und da habe ich nicht so viel Kapazitäten. Aber, vielleicht kann ich ein paar nette Sachen rausfinden.

(Tapeende)

Letzte Änderung: Oktober 2001

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